Neuer Keller für altes Schulhaus

AADORF ⋅ An der Gemeindeversammlung von Schule und Politischer Gemeinde waren am Dienstagabend die 217 Stimmberechtigten mit der Senkung des Steuerfusses um je zwei Prozentpunkte einverstanden.
07. Dezember 2017, 05:20
Kurt Lichtensteiger

Kurt Lichtensteiger

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Wie erwartet hiessen die Stimmbürger der Politischen Gemeinde Aadorf das Budget 2018 und die Steuerfusssenkung von 57 auf 55 Prozent praktisch einstimmig gut. Bei einem Aufwand von 18,4 Millionen Franken beträgt das Defizit 441000 Franken.

Eine Gegenstimme zielte denn auch auf eine Reduktion des Schuldenbergs ab. «Die Verschuldung angesichts der kommenden Investitionen ist zwar ein Thema, doch ermöglicht das Eigenkapital von rund zehn Millionen Franken diesen Schritt», meinte Gemeindepräsident Matthias Küng.

Beim Traktandum «Mitteilungen» orientierte Küng über die Einführung des Unterflursystems für Abfall. Derzeit sind zwölf Unterflurcontainer in Betrieb. Geplant sind 90. Die Erfahrungen seien durchwegs positiv, auch wenn mit Fussmärschen bis zu 300 Meter Distanz gerechnet werden müsse. Christbäume können beim, aber nicht im Unterflurbehälter deponiert werden.

«Schludrige Behandlung» von Baugesuchen

Ein kritischer Ettenhauser Stimmbürger monierte die schludrige – so bezeichnet – Behandlung von Baugesuchen. Es sei hier nicht der Ort, darüber zu diskutieren, zumal dafür Rechtsmittel offenstünden, antwortete Küng. Auf ähnlich souveräne Art konterte der Gemeindepräsident vorgebrachte Ungereimtheiten zur Sanierung der Rebbergstrasse und Brandforenstrasse. Trotz der partiellen Verbreiterung handle es sich um eine Sanierung, basierend auf dem Gestaltungsplan, sagte Küng zu zwei Voten mit Partikularinteressen, die auch bilateral hätten geklärt werden können.

Nach Erklärungen zum Hochwasserschutz des Dorfbaches in Ettenhausen und zu den Bädern liess Küng eine Stimmbürgerin wissen, dass der eben aufgehobene Radstreifen auf der Wängi­strasse zum Lindenkreisel nicht ersetzt werde. Zum Abschluss wurden die elf während der Gemeindeversammlung Eingebürgerten, die auf der Empore Platz genommen hatten, mit Beifall willkommen geheissen.

An der vorangegangenen Schulgemeindeversammlung wurde nicht nur das Budget 2018, sondern auch der Kreditantrag über 650000 Franken für die Sanierung des Untergeschosses des Primarschulhauses Schulstrasse Aadorf angenommen. Ressortleiter Nino Heider illustrierte, inwiefern dort Handlungsbedarf besteht.

Investitionen stehen aber auch noch für die Beendigung der Sek Ost, den Spielplatz und Umgebung in Guntershausen sowie die Turnhalle und die Gesamtsanierung in Ettenhausen an. Bis ins Jahr 2022 kommen noch die Dächer in Häuslenen und Wittenwil dazu. Mit dem grössten Posten, der Sanierung der Sek Nord (Hallenbad), belaufen sich die Investitionen der Schulgemeinde gemäss Finanzplan auf rund 4,8 Millionen Franken.

Konstante Schülerzahlen

Schulpräsident Martin Köstli präsentierte die Entwicklung der Schülerzahlen der Volksschulgemeinde bis in vier Jahren, die sich zwischen 931 und 987 bewegen, also relativ konstant bleiben. Erfreuliche Konstanz spiegelt sich auch bei den Lehrpersonen wider: Fluktuationen sind gering, denn auf dieses Jahr waren es auf 120 Mitarbeitende nur deren sieben. Trotz einem, gemäss Budget 2018, geplanten Verlust von 427000 Franken (2017 waren es 233800 Franken) ermöglichte die gute Eigenkapitaldecke eine Steuersenkung um zwei Prozentpunkte, nämlich von 96 auf 94 Prozent. Gesamthaft gesehen sind es also 285 Prozent: Politische Gemeinde 55, Schule 94, Kanton 117 und Kirche (evang./kath.) 19 Prozent.


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