Gift lässt Gebühren steigen

AADORF ⋅ Die erste Hürde im Kampf gegen sogenannte Mikroverunreinigungen ist genommen: Die Delegierten des Abwasserzweckverbandes Lützelmurgtal genehmigen den Planungskredit für die Ausarbeitung des Bauprojekts.
05. Dezember 2017, 09:08
Kurt Lichtensteiger

Kurt Lichtensteiger

Medikamentenreste und weitere Giftstoffe sollen aus dem Abwasser verschwinden. Dafür hat der Abwasserzweckverband Lützelmurgtal Grosses vor. Das Projekt sieht vor, die sogenannten Mikro­verunreinigungen der Abwässer mittels Ozonverfahren zu eliminieren. Dies ist ein Auftrag von Bund und Kanton. Die Delegierten des Verbandes genehmigten folglich den Planungskredit von 460 000 Franken für die Ausarbeitung des Auflage- und Bauprojekts.

Zudem muss die bestehende Biologie, die auf dem bisherigen Grüngutsammelplatz – im Eigentum des Abwasserverbandes – zu stehen kommt, um einen Drittel vergrössert werden. Neben der Biologie soll gleichzeitig auch das bestehende Rechengebäude für die mechanische Reinigung erweitert und der Sandfang den neuen Verhältnissen angepasst werden. Werden die weiteren Hürden genommen, so kann das Projekt ab dem Sommer 2019 realisiert und der Betrieb im Jahr 2022 aufgenommen werden. Damit dürfte die Kläranlage Au­wiese an der Kieswerkstrasse auf einem technologischen Stand sein wie schweizweit nur rund 100 andere Anlagen. Das letzte Wort haben indes die Stimm­berechtigten der vier angeschlossenen Gemeinden Aadorf, Bichelsee-Balterswil, Eschlikon und ­Hagenbuch am 25. November 2018. «Wir werden nächstes Jahr nach den Sommerferien detailliert über das Projekt informieren», verspricht Verbandspräsident Bruno Lüscher.

Auch weiter sind die Dele­gierten den Anträgen der Betriebskommission gefolgt: Die Vergabe der Ingenieurleistungen für das Projekt inklusive Ausführung und Bauleitung für das Gesamtprojekt geht an Hunziker Betatech AG und Holinger AG. Ebenso wurde die Kompetenz für die Vergabe weiterer Fachplaneraufträge der Betriebskommission erteilt. Die Direktvergabe an die beiden ­genannten Firmen gründet auf deren hohem Kenntnis- und Informationsstand und entspricht damit den gesetzlichen Bestimmungen. Der Entscheid wird im Thurgauer Amtsblatt publiziert. Mit der Vergrösserung der An­lage um einen Drittel und der Elimination der Mikroverunreinigung sind hohe Investitionen verbunden. Zudem sind auch die Stellenprozente zu erhöhen. Damit wird das durch die Gemeinden zu ­tragende Betriebsdefizit erheblich steigen, womit eine Erhöhung der Abwassergebühren in den Gemeinden ab etwa 2020 absehbar ist. Konkret dürften sich die Kosten pro Kubikmeter Abwasser um rund 30 Rappen erhöhen.

Erstmals eine Frau

Zu Beginn der gut einstündigen Versammlung gedachten die 22 Delegierten mit einer Schweigeminute des jäh verstorbenen Klärmeisters Fritz Zaugg. Lüscher verabschiedete zudem Roger Schneider, der als Mitglied der Betriebskommission gut 50 Sitzungen beiwohnte. Bichelsee-Balterswil wird nun inskünftig durch Gemeinderätin Jacqueline End vertreten sein, womit erstmals eine Frau Einzug ins Männergremium hält.


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