Gerhard Pfister kam rechtzeitig

AADORF ⋅ Der WSP-Event bot einmal mehr prominente Referenten. Thema des Abends waren «Wechselnde Herausforderungen».
28. November 2017, 08:03

Interessante Podiumsteilnehmer in Verbindung mit der Moderation von Lukas Studer prägten einmal mehr den Aadorfer WSP-Anlass. Das grosse Interesse am Event zeigte sich bereits im Foyer des Gemeindezentrums. Dicht gedrängt liessen es sich die rund 180 Gäste beim Apéro gut gehen.

Unter Leitung von Cornelia Hasler und Roberto Lombardi leistete das Organisationskomitee wiederum professionelle Vorarbeit. Die vier prominenten Referenten Kathrin Lehmann, Dieter Bachmann, Franco Marvulli und Gerhard Pfister sind alle bereits einmal mit dem Thema «Wechselnde Herausforderungen» konfrontiert worden. Sie stellten sich unkompliziert den Fragen von Sportjournalist und SRF-Moderator Lukas Studer.

Vom Sitzungszimmer in den Stall

Früher hat Andy Kistler als CEO der Hakle AG knackige Äpfel im feudalen Sitzungszimmer vor­gefunden, jetzt als Equipenchef der Schweizer Springreiter begnüge er sich mit den Pferdeäpfeln im Stall, erklärte dieser in seinem Einstiegsreferat. Kistler, welcher sich mit seinem Team an den Europameisterschaften in den Jahren 2015 und 2017 die Bronzemedaille holte, be­tonte, dass die Emotionen dazuge­hören.

Gerhard Pfister, Nationalrat und Präsident der CVP Schweiz, kennt als Politiker und aus verschiedenen Unterrichtstätigkeiten an seinem Institut beide Bereiche. Die grösste Herausforderung für den 55-Jährigen, für welchen Politik Wortsport ist, sei an diesem Tag nicht der Empfang von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker im Bundeshaus gewesen, sondern wie er rechtzeitig von Bern nach Aadorf komme. Pfister outete sich in Aadorf als GC-Fan und findet, dass eine WM ohne Italien wie Nutella ohne Fett sei. Kathrin Lehmann hat die Herausforderung angenommen, sich nach sieben Jahren endlich einmal zum längst fälligen Zahnarzttermin anzumelden, . Die polyvalente Sportlerin ist die einzige Frau, die sowohl im Fussball wie auch im Eishockey die Champions League gewann. Bei ihrem Wechsel vom Sport in die Wirtschaft lernte sie, dass hier andere Regeln gelten.

Herausforderungen suchen und provozieren

Ausprobieren und sich getrauen, nach Niederlagen immer wieder aufzustehen, nach diesem Motto handelt Unternehmer Dieter Bachmann. Als VR-Präsident und Geschäftsführer der Gottlieber Spezialitäten AG kennt er die teils schwierigen Marktbedingungen. Heutzutage seien Misserfolge eigentlich tabu.

Wechselnden Herausforderungen musste sich auch Ex-Radprofi Franco Marvulli stellen. Seine wichtigsten Erfolge waren eine Olympia-Silbermedaille, vier Weltmeister- sowie fünf Europameistertitel. Verletzungen blieben nicht aus. Ein Kreuzbandriss bedeutete für ihn aber noch lange nicht das Ende. «Das war eine unbeeinflussbare Sache, man sollte sich im Leben mehr auf Beeinflussbares konzentrieren. Es ist mir gelungen, den sportlichen Biss in mein neues Leben in der Wirtschaft mitzunehmen», freute sich der heutige Unternehmer, welcher unter anderem Workshops in Schulen anbietet.

Mauer oder Aufschwung?

«Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen.» So lautete die zweite These des Abends.

Um den Sturm zu «überleben», musste auch Kathrin Lehmann lernen, wie andere Windmühlen drehen. «Fehler eingestehen, das können ja Sportler gut», lachte sie. In der Politik sehe das schon etwas anders aus, meinte sie mit einem schelmischen Seitenblick auf den Politiker zu ihrer rechten Seite.

Pfister liess sich nicht aus der Ruhe bringen und lieferte sich mit Moderator Studer ein amüsantes Wortgeflecht zum Thema Handy und Twitter.

 

Christina Avanzini

hinterthurgau@thurgauerzeitung.ch


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