Eine saubere Sache

SIRNACH ⋅ Seit mehr als zehn Jahren gibt es in Gloten eine Deponie für Baumaterial. Auf einem informativen Rundgang erhielten Nachbarn und Anstösser Einblicke in die Tätigkeiten der Betreiberfirma.
19. September 2017, 05:17
Maya Heizmann

Maya Heizmann

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Pro Tag können 40000 Autofahrer auf der A1 beim Vorbeifahren einen Blick auf das grosse Firmengelände der Deponie Deglo AG werfen – «Die am besten kontrollierte Deponie in der Schweiz», gemäss Verwaltungsratspräsident und Hauptaktionär Andi Zürcher.

Seit 2005 betreibt sein Unternehmen in der Gemeinde Sirnach eine Deponie für Baumaterial. Diese Deponie vom Typ B ist ­öffentlich. Hier kann belastetes mineralisches Baumaterial, sogenannter inerter Aushub, und Aus- und Abbruchmaterial gemäss der Richtlinien der Verordnung über die Vermeidung und Entsorgung von Abfällen (VVEA) abgelagert werden. Der Deponiestandort unterliegt einer umweltschutzrechtlichen Bewilligung und ist verpflichtet, die strengen Gesetze und Vorschriften einzuhalten. «Nur so wird der Stoffkreislauf richtig und nachhaltig geschlossen», sagt Geschäftsführer Christoph Heuberger. Die personellen und maschinellen Ressourcen werden von der Firma Zürcher Kies und Transport AG in Zuzwil gestellt.

Zwei Bauetappen

Nachdem die Sirnacher 2004 einer Zonenplanänderung von der Landwirtschaftszone zu einer Deponiezone zugestimmt hatten, stand dem Baubeginn der ersten Etappe nichts mehr im Wege. Diese verfügte über ein Volumen von 400000 Kubikmetern und eine Ausgangsfläche von 50000 Quadratmetern. Die Investitionen beliefen sich bis zum ersten Ablad von Material Anfang 2006 auf rund 1,8 Millionen Franken. Die erste Etappe wurde, ausser der Zufahrt und dem Installationsplatz, vollständig rekultiviert und wird heute bereits wieder landwirtschaftlich genutzt.

Aufgrund der grossen regionalen Nachfrage nach Deponieraum für inertes Material strebte man frühzeitig eine Erweiterung in Richtung Westen an, welche 2010 durch die Zustimmung an der Gemeindeversammlung Tatsache wurde. Die zweite Etappe, welche sich seit 2014 im Bau befindet, hat ein geplantes Volumen von 530000 Kubikmetern und eine Ausgangsfläche von circa 55000 Quadratmetern. Die Investitionen bis zum ersten Ab­lad betrugen rund 1,6 Millionen Franken.

«Ein vorbildlicher Betrieb»

Auf Deponien des Typs B werden nicht verwertbare mineralische Bauabfälle sowie belastetes Aushub- und Ausbruchmaterial gemäss den einschlägigen Richtlinien abgelagert. Ebenfalls zugelassen sind unverschmutztes Aushub- und Ausbruchmaterial, welches in der Deponie in Gloten zu Rekultivierungszwecken verwendet wird. Inertstoffe mit den Anforderungen an eine Typ-B-Deponie weisen einen geringen Schadstoffgehalt und eine geringe Löslichkeit auf. Sie bestehen zu mindestens 95 Gewichtsprozenten aus gesteinsähnlichen Bestandteilen wie etwa Beton, Eternit oder Glas. Für die Materialanlieferung wird vorgängig vor der Erstanlieferung ein schriftlicher Antrag zur Entsorgung von Abfallstoffen inklusive der Materialanalytik verlangt. Das Wägen des angelieferten Materials erfolgt mit einer LKW-Waage,wobei das Material aufgrund des Gewichtes deklariert wird.

«Die Deglo AG ist ein vorbildlicher Betrieb, und seit Inbetriebnahme der Deponie sind keine Beschwerden eingegangen», sagte Kurt Baumann, Gemeindepräsident von Sirnach.


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