Eine Bühne für versteckte Talente

AADORF ⋅ Im Gemeindezentrum findet Anfang November zum siebten Mal die Ausstellung «Kreativität ohne Altersgrenzen» statt. Dabei haben sich mehr Aussteller angemeldet als je zuvor.
04. Oktober 2017, 05:20
Kurt Lichtensteiger

Kurt Lichtensteiger

hinterthurgau@thurgauerzeitung.ch

An einer vorausgegangenen Planungssitzung posierten die Ausstellerinnen und Aussteller vor der Fotokamera. Eine Gelegenheit, der die älteren Semester eher aus dem Weg zu gehen scheinen. Ihre Tätigkeit, ob als Hobby oder Leidenschaft bezeichnet, spielt sich nämlich meist im Hintergrund ab, fernab von öffentlicher Beachtung. Im Grunde genommen schade, denn für Aussenstehende ist es immer wieder erstaunlich, was für Fähigkeiten und Talente zum Vorschein kommen. Eine Plattform, ihr Schaffen einem breiteren Bevölkerungskreis bekannt zu machen, bietet die Ausstellung «Kreativität ohne Altersgrenzen» über das Wochenende vom 3. bis 5. November im Aadorfer Gemeindesaal. Für diese Ausgabe haben sich 27 Aussteller angemeldet – so viele wie nie zuvor.

Verschiedene Ziele

Hildegard Falk, Mitglied des Organisationskomitees, formulierte die Ziele der Ausstellung: «Wir wollen den Besucherinnen und Besuchern beweisen, dass es für kreatives Schaffen keine Altersgrenze gibt. Etwas Mut und der Glaube an die eigenen Fähigkeiten können Impulse auslösen und Input zu eigenem Schaffen sein. Die Erfahrungen haben nämlich gezeigt, dass Talente nach längerem Dämmerschlaf wieder gepflegt wurden oder gar erst neu entdeckt wurden. Die 27 Ausstellenden können die Arbeiten einem breiteren Publikum zeigen, Kontakte knüpfen und allenfalls auch verkaufen. Der Ausstellungsort soll gleichzeitig eine echte Begegnung ermöglichen, sei es an einem der Stände oder in der gemütlichen Kaffeestube. Ein allfälliger Erlös aus der Veranstaltung kommt einer sozialen Institution zugute.»

Ort der Begegnung

Die persönliche Begegnung und der gedankliche Austausch mit den Protagonisten dürften von zentraler Bedeutung sein. Wie man sein Hobby entdeckt hat, weshalb dieses oder jenes Material verwendet wurde und worin die Schwierigkeiten bei der Herstellung liegen, mögen jeweils Anknüpfungspunkte für ein Gespräch sein. Natürlich mag es ein besonderes Erlebnis sein, dabei die Leidenschaft und das Strahlen in den Gesichtern der Kunstschaffenden abzulesen, die allerdings als solche gar nicht bezeichnet werden wollen. So etwa bei Monika Käufeler aus Kirchberg, die den Zugang zu Orimoto, der Kunst, Bücher zu falten, erst vor zwei Jahren entdeckt hat. Das Upcycling, nämlich aus Wertlosem etwas Wertvolles zu machen, entspricht ganz dem Zeitgeist. Die Wertschätzung gegenüber ihren Erzeugnissen ist ihr wie auch den andern meist Lohn genug.


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