Ein Schub für die Region

FISCHINGEN ⋅ Kanton und Bund haben das Projekt Regionale Entwicklung Tannzapfenland genehmigt. Jetzt liegt es an den Beteiligten, Produkte und Angebote aus dem Hinterthurgau zu vermarkten.
23. November 2017, 08:17
Ruth Bossert

Ruth Bossert

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Am Anfang war es die Wertschöpfungskette Milch, die Landwirte und Milchverarbeiter gemeinsam verbessern wollten. Später kam der Tourismus dazu, und schliesslich einigte man sich auf das Ziel, die Wertschöpfung für möglichst viele Branchen in der gesamten Region zu steigern und mit einer eigenen Marke die emotionale Bindung zur Region zu schaffen. Dafür gründete man im Januar 2013 den Verein Projekt Regionale Entwicklung Tannzapfenland (PRE), und anlässlich verschiedener Veranstaltungen zeichneten sich drei Teilprojekte besonders ab.

Es waren dies speziell die Vermarktung regionaler Produkte, die Käserei Au und das Schulhaus Au-Fischingen, das als Restaurant mit Kulturangebot betrieben werden soll. Weitere Teilprojekte wie eine Austauschplattform für Landwirte, Tourismus, Gewerbe, Gastronomie, eine gemeinschaftliche Schlachtanlage und die Entwicklung und Bewirtschaftung von Angeboten im Bereich Tourismus, Gastronomie und Hotellerie sind angedacht. Vor drei Jahren musste der Verein PRE Tannzapfenland akzeptieren, dass für Bund und Kanton das Entwicklungspotenzial noch zu wenig ausgereift war, um das Projekt zu genehmigen und Gelder dafür zu sprechen.
 

Bund und Kanton sichern 205'000 Franken zu

Die von Bund und Kanton verordnete Denkpause sei vom Vorstand des Vereins nicht als Pause vom Denken, sondern als Pause zum Denken genutzt worden, sagt Präsident Werner Ibig. Vorstandsmitglieder und Arbeitsgruppen hätten mit Unterstützung von Silke Fieseler-Hein als Projektcoach wichtige Grundlagenarbeit geleistet und die entsprechenden Papiere dem Landwirtschaftsamt des Kantons Thurgau eingereicht. Die Teilprojekte mit den Budgets wurden im Frühjahr den Verantwortlichen des Landwirtschaftsamtes vorgestellt. Im Juni wurde das Gesamtbudget für die bevorstehende Grundlagenetappe, das sich auf 332000 Franken beläuft, von Bund und Kanton genehmigt.

Für diese Aufwendungen hätten Bund und Kanton rund 205000 Franken zugesichert, sagt Ibig. Mit dieser Zustimmung können einzelne Projekte unter dem Dach des Gesamtprojektes unabhängig voneinander weiterentwickelt und umgesetzt werden. «Den Verantwortlichen steht nun ein Jahr zur Verfügung, um die Beträge auszulösen», sagt Ibig. Eine neu zu bildende Trägerschaft soll dabei die Verantwortung über die Grundlagenetappe übernehmen.

Für Werner Ibig ist das persönliche und das finanzielle Engagement, das nun auf die Verantwortlichen zukommt, von Bedeutung. «Wenn wir in unserer Region einen Entwicklungsschub in Gang bringen wollen, dann heisst es jetzt anpacken», betont er. «Was wir aus der bisher geleisteten Arbeit und mit den verfügbaren staatlichen Mitteln erreichen können, hängt ganz entscheidend von der Aktivität und der Bereitschaft zum Engagement der Bevölkerung ab.» Deshalb wünscht sich der Vereinspräsident, dass sich möglichst die ganze Bevölkerung der beiden Gemeinden Bichelsee-Balterswil und Fischingen an der Entwicklung ihrer Region beteiligt und eine Mitgliedschaft eingeht.

Aktuell zählt der Verein 25 Mitglieder, mit einem Bestand von 200 Mitgliedern wäre eine schöne Basis erreicht. Die beiden involvierten Gemeinden, die beide im Pro-Zürcher-Berggebiet liegen und deshalb im PRE integriert wurden, haben verschiedene Veranstaltungen unterstützt, an Anlässen teilgenommen und sind seit einigen Monaten auch an Vorstandsitzungen vertreten. Für Ibig ist die Rolle der beiden Gemeinden jedoch noch nicht ganz geklärt. Am 10. Januar ist eine öffentliche Veranstaltung geplant, wo der bestehende Verein PRE Tannzapfenland in den neuen Verein, der für die Grundlagenetappe verantwortlich ist, überführt werden soll.


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