Ein Generationenprojekt

ESCHLIKON ⋅ Das Glasfasernetz der Gemeinde ist fertiggebaut. Trotz einer Kreditüberschreitung rechnen die Verantwortlichen schon im kommenden Jahr mit schwarzen Zahlen.
14. September 2017, 05:20
Olaf Kühne

Olaf Kühne

olaf.kuehne

@thurgauerzeitung.ch

«Wir sind spät eingestiegen, dafür gleich richtig», sagt Adrian Stutz. Der Eschliker Gemeinderat verantwortet das Ressort Technische Werke und ist damit auch für das Glasfasernetz in der Gemeinde zuständig. Ein Netz, das man ohne Übertreibung als Generationenprojekt bezeichnen kann. Denn mit «spät» meint Adrian Stutz, dass Eschlikon nicht wie andere Gemeinden schon in früheren Jahren ein eigenes Kommunikationsnetz mit einer damals aktuellen Technik gebaut hat. Vielmehr ist man in Eschlikon überzeugt, mit der Glasfaser gleich von Beginn weg auf das richtige Pferd gesetzt zu haben – für viele Jahre, wenn nicht Jahrzehnte.

«Derzeit ist keine andere Technologie in Sicht, die mit der Glasfaser Vergleichbares leisten könnte», sagt Adrian Stutz. Betreffend Zukunftsfähigkeit eines Glasfasernetzes verweist der Gemeinderat zudem auf einen weiteren Aspekt, der über die Nutzung für Internet, Telefonie und digitales Fernsehen hinausgeht: «Es ist absehbar, dass in den Stromnetzen so genannte Smart Meter, intelligente Stromzähler, zum Einsatz kommen werden. Dank unseres Glasfasernetzes haben unsere Technischen Werke dafür bereits eine gute Basis.»

Gestern Abend nun haben die Verantwortlichen an einer Infoveranstaltung über den Projektverlauf informiert. Anlass war, dass der Eschliker Gemeinderat zuvor den Aufbau des Glasfasernetzes abgeschlossen und den entsprechenden Abschlussbericht abgenommen hat – sieben Jahre, nachdem die Eschliker Stimmbürger den 5,5-Millionen-Kredit genehmigt hatten.

Vier Anbieter aufgeschaltet

1315 Wohnungen und Häuser sind nun vertraglich erschlossen, 801 Kunden nutzen das Angebot bereits (siehe Kasten rechts). «Es dürften gerne noch mehr sein», sagt Adrian Stutz. Dennoch rechnen die Verantwortlichen bereits für kommendes Jahr mit schwarzen Zahlen. Derweil wächst auch die Zahl der Provider, welche ihr Angebot über das Eschliker Glasfasernetz verbreiten. Von Beginn weg mit an Bord waren die St. Galler MHS Internet AG, die Frauenfelder Leucom Stafag AG sowie die Zürcher Yplay AG. Dieses Jahr kam mit der Wiler Thurcom nun auch noch ein grösserer Anbieter aus der Region dazu.

Daraus, dass man gerne auch noch national bedeutende Provider wie beispielsweise die Swisscom mit dabei hätte, macht Gemeinderat Adrian Stutz indes keinen Hehl. Die technischen Voraussetzungen sind gegeben.


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