Kommentar

Die Hauptstrasse bleibt, wie sie ist

MÜNCHWILEN ⋅ Tempo 30 und eine umgestaltete Ortsdurchfahrt stossen im Hinterthurgauer Bezirkshauptort auf breite Ablehnung. 74 Prozent der Stimmbürger sagten gestern Nein.
27. November 2017, 07:38
Olaf Kühne

Olaf Kühne

olaf.kuehne

@thurgauerzeitung.ch

Das Verdikt könnte deutlicher kaum sein: Drei von vier Münch­wiler Stimmbürgern wollen nichts wissen von Tempo 30 auf ihrer Hauptstrasse. Bei einer Stimmbeteiligung von 38 Prozent legten gestern 944 Münchwiler zum «Betriebs- und Gestaltungskonzept Ortsdurchfahrt» ein Nein in die Urne, nur gerade 324 befürworteten die Vorlage.

Etwas geringer, aber immer noch deutlich war die Ablehnung der zweiten kommunalen Vorlage: 62 Prozent sagten Nein zur Knotensanierung Frauenfelder-/Eschlikonerstrasse. Diese sollte die just auf der Linie der Frauenfeld-Wil-Bahn liegende Strasseneinmündung mittels Umgestaltung und Lichtsignalanlage sicherer und vor allem den Verkehr flüssiger machen. Die Kosten hätten sich auf 2,47 Millionen Franken belaufen, je zur Hälfte durch Kanton und Gemeinde getragen.

Das Gestaltungskonzept hätte dem Hinterthurgauer Bezirkshauptort die erste Tempo-30-Zone auf einer Thurgauer Kantonsstrasse beschert; zwischen dem Kreisel Q20 und der Einmündung der Sirnacherstrasse. Zusammen mit einer vollständigen Umgestaltung der Frauenfelder- und der Wilerstrasse hätte dieses Projekt 6,8 Millionen Franken gekostet, wovon ­ 2,14 Millionen Franken auf die Gemeinde gefallen wären.

Barrieren auf der Eschlikonerstrasse

Indes bleibt auf Münchwilens Ortsdurchfahrt so oder so nicht alles beim Alten. Kurz nach Bekanntgabe des Abstimmungs­resulats verschickte der Gemeinderat gestern eine ausführliche Medienmitteilung. Darin betont die Behörde, dass die vom Bund geforderten Bahnsicherungsmassnahmen bei der Einmündung der Eschlikonerstrasse nun mittels Barrieren «zügig umgesetzt» werden müssen. Dies oblige aber der Eigentümerin der Frauenfeld-Wil-Bahn, den Appenzeller Bahnen. Das Projekt werde «zu gegebener Zeit» öffentlich aufgelegt.

Auf der Ortsdurchfahrt wiederum gelte zwar weiterhin das bestehende Verkehrsregime, gänzlich ohne Baustelle kommt der Strassenabschnitt beim Bahnhof dennoch nicht aus: Um dem Behindertengleichstellungsgesetz zu genügen, werden 2019 das Perron erhöht sowie die Schienen geringfügig begradigt.

Gemeindepräsident Guido Grütter wollte sich zur gestrigen Abstimmungsniederlage nicht persönlich äussern. Per Mail verwies er auf die Medienmitteilung des Münchwiler Gemeinderates.


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