Der Widerstand formiert sich

BUSSWIL ⋅ Der Mobilfunkanbieter Salt will eine neue Antenne aufstellen. Das besorgt einige Dorfbewohner. Sie wollen nun dagegen vorgehen.
22. August 2017, 18:03
Florian Beer
«Neue Mobilfunkantenne in Busswil – Wir wehren uns dage­gen». Unter diesem Motto luden Antennengegner am Montagabend ins Busswiler Lokal «Aleria» zu einer Informationsveranstaltung der Antennen­gegner. Moderiert wurde der Abend von Roger Fässler und Daniel Tönz, die beiden treibenden Kräfte hinter der Gegenkampagne.
Gemeinsam mit dem Sirnacher Gemeinderat Samuel Mäder informierten sie die über 70 Interessierten über das Baugesuch, die Risikoeinschätzung, den Einfluss auf die Immobilienpreise sowie über das mögliche weitere Vorgehen gegen die geplante Mobilfunkantenne.
«Der Sirnacher Gemeinderat ist sich völlig bewusst, dass eine Antenne dieser Art nicht bei allen gut ankommt», sagte Samuel Mäder, der sowohl Vizepräsident der Politischen Gemeinde als auch Vorsteher des Ressorts Hochbau ist. Des Weiteren habe man natürlich vollstes Verständnis für einen gewissen Widerstand aus der Bevölkerung, so der Jurist weiter.
Dennoch könne ein Gemeinderat nicht alleine entscheiden, ob eine Mobilfunkantenne gebaut werde oder nicht. Man sei in ein komplexes System eingebunden mit verschiedenen Mitspielern. «Neben den politischen Instanzen und der Bevölkerung gibt es auch den Bauherrn, in diesem Fall den Mobilfunkanbieter Salt», sagte Mäder.


Auswirkungen der Strahlung schwer abzuschätzen

«Mein Mann und ich sind beide Kunden bei Salt, wohnen hier in Busswil und sind zufrieden mit der Leistung und dem Empfang», meinte eine Frau aus dem Publikum. Sie sehe keinen Bedarf, die Abdeckung auszuweiten oder zu verbessern. Diese Meinung teilten auch andere im Raum. Gemeinderat Mäder erwiderte allerdings, dass die Mobilfunkantenne hauptsächlich mit Blick auf die Zukunft und den Versorgungsauftrag aufgestellt werde. Als zweiten Grund für die geplante Installation nannte er den Wettbewerbsgedanken. Seit einiger Zeit steht auf dem benachbarten Sirnacher Berg eine Antenne des Konkurrenten Swisscom, weshalb Salt nun nachziehen möchte.
Eine von vielen geteilten Sorge ist die Strahlung, die von der Antenne ausgehen wird. Der geplante Aufstellungsort liegt direkt neben einem Wohngebiet sowie in der Nähe des Schulhauses. Die vom kantonalen Amt für Umwelt gemessenen Strahlungswerte der Antenne lägen zwar unter dem vorgeschriebenen Grenzwert, seien aber dennoch mit Vorsicht zu geniessen. «Zum einen kann die Strahlung nicht gesteuert werden, ausserdem ist das damit verbundene Risiko schwer abschätzbar», sagte Daniel Tönz. Die Aussagen dazu seien sehr unterschiedlich, die Auswirkungen kaum bekannt. «Laut einer Umfrage des Bundesamtes für Statistik halten über 50 Prozent der Befragten eine Mobilfunkantenne für gefährlich», ergänzte er zudem.


Sorge um die Immobilienpreise

In Bezug auf den Einfluss auf die Immobilienpreise konnte Daniel Tönz etwas konkreter werden. Niemand wolle gerne eine grosse Antenne vor der Nase haben, wenn man draussen auf dem Balkon sässe. Das mindere die Attraktivität der Liegenschaft und drücke somit auf den Preis.
Bis 1. September haben die Busswilerinnen und Busswiler nun Zeit, um gegen die geplante Mobilfunkantenne mit Einsprachen vorzugehen. Ob der Widerstand allerdings etwas bringt, bleibt abzuwarten.

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