Alle warten auf Bern

REGION ⋅ Die 22 Gemeinden der Regio Wil wollen sich verstärkt als Wirtschaftsregion positionieren. Präsident Guido Grütter orientierte die Delegierten zudem über den Zeitplan des Projektes Wil West.
18. November 2017, 05:19
Hans Suter

Hans Suter

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Das Geld aus Bern fliesst. Und es soll noch mehr werden. «Per Ende Dezember 2016 wurden uns 814000 Franken an Bundesbeiträgen ausbezahlt. Das sind drei Prozent der zu erwartenden 24 Millionen Franken», sagte Regio-Wil-Präsident Guido Grütter am Donnerstagabend vor den Delegierten des Vereins.

Per Ende 2017 erfolge die Auszahlung von weiteren 600000 Franken an Bundesbeiträgen. «Bis Ende 2018 befinden wir uns in der Umsetzung des Agglomerationsprogramms der 2. Generation», verdeutlichte Grütter. Dieses umfasst 220 Infrastrukturmassnahmen. 95 davon seien in Bearbeitung, 23 abgeschlossen und 17 davon sistiert oder mit Begründung verworfen worden.

2019 in den eidgenössischen Räten

Derzeit liegt das Aggloprogramm der 3. Generation beim Bund zur Prüfung. Am 15. März 2018 findet in Bern das sogenannte Prüfgespräch statt. Guido Grütter geht davon aus, dass das Ergebnis ziemlich definitiv sein wird und viel an Klarheit bringen wird. Im September 2018 dürfte die Verabschiedung der Botschaft durch den Bundesrat erfolgen. Stimmt das eidgenössische Parlament in der ersten Jahreshälfte 2019 zu, ist ab Sommer 2019 die Freigabe der Mittel zu erwarten. Kernprojekte bilden die Realisierung des Entwicklungsschwerpunktes (ESP) Wil West mit der sukzessiven Schaffung von 1500 bis 3000 Arbeitsplätzen, einer möglichst optimalen Verkehrserschliessung mit Bus, Bahn und Autobahnanschluss sowie eine Verkehrsentlastung der Stadt Wil. Parallel dazu wird bereits am Aggloprogramm der 4. Generation gearbeitet, das sich über den Zeitraum 2023 bis 2026 erstreckt.

Ein Kernprojekt, das sowohl direkt als auch indirekt mit dem ESP Wil West im Zusammenhang steht, ist die generelle Positionierung der Wirtschaftsregion. «Die Regio Wil will ihre Standort- und Wirtschaftsentwicklung nachhaltig steuern», fasste Roman Habrik die Ausgangslage in Worte. Ein Kernanliegen sei das Verhindern einer weiteren Zersiedelung der Landschaft, was sich mit dem ESP Wil West in idealer Weise realisieren lasse. Als Standortqualitäten der Regio Wil nannte der Präsident der Arbeitsgruppe Wirtschaft der Regio Wil günstigen Wohnraum, hohe Wohnqualität, gute Erreichbarkeit, gute Fachkräfte, verfügbare Baulandflächen und Kostenvorteile. Chancen sieht er insbesondere in der «modernen, lebendigen und familienfreundlichen Wohnregion», der Industrie 4.0 als interdisziplinären Entwicklungsfokus zwischen Industrie und Informationstechnologie (ITC) sowie die regionale Netzwerkplattform. Als regionale Leuchttürme nannte er den ESP Wil West und den geplanten Innovation Campus des Technologiekonzerns Bühler in Uzwil.

Der Branchenfokus liegt in der Maschinen- und Metallindustrie, dem Ausbaugewerbe und der Nahrungsmittelindustrie. Diese Branchen sind in der Region bereits mit namhaften Unternehmen ansässig und sind wichtige Arbeitgeber. Die nächsten Schritte gelten der sukzessiven Umsetzung definierter Handlungsfelder.


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