Das Bier aus dem Milchhüsli

Mit einem eigenen Bier, dem «Tannzapfenbräu», wollen drei Hinterthurgauer Hobbybrauer die Bierlandschaft aufmischen. 1500 Liter wollen sie pro Jahr brauen.
26. August 2011, 01:08
kurt lichtensteiger

Maischhausen. Die Zeiten sind längst vorbei, als aus den umliegenden Bauernhöfen die Milch zum Milchhüsli an der Hauptstrasse in Maischhausen gebracht wurde. Aus der verwaisten Milchannahmestelle war in der Zwischenzeit ein Lagerraum geworden, ehe nun mit drei Bierbrauern wieder neues Leben im ehemaligen Milchhüsli eingekehrt ist. Unternehmer sind die drei Hinterthurgauer Fredi Rentsch, Urs Grimm und Urs Enz, die sich als Hobbybrauer bezeichnen, sich jedoch mit Herz, Leidenschaft und dem nötigen Fachwissen der Sache widmen.

1500 Liter Jahresproduktion

An einem Tag wollen sie Bier in einer Pfanne von 80 Litern Inhalt brauen und mit einer Jahresproduktion von 1500 Litern aufwarten. «Ganz ohne kommerzielle Absichten, denn wir wollen nur unsere Unkosten abgedeckt sehen. Wir sind überzeugt, dass regionales Bier dem Zeitgeschmack entspricht und wir deshalb keine Mühe haben werden, Abnehmer für unser <Tannzapfenbräu> zu finden, seien es Private, Bekannte und Dorfvereine, die das Spezielle suchen», sagt Fredi Rentsch.

Samtiges Aroma

Wer Bier wirklich gern habe, der gehe nämlich zu einer kleinen Brauerei, denn dort sei jeder Sud unterschiedlich. Die Probe aufs Exempel machte auch Edi Schüller aus Aadorf, der gleich ins Schwärmen geriet: Eine hell-goldene Farbe und ein samtig-bieriges Aroma, so richtig zum Geniessen», lautete sein Kommentar. Die drei Männer brauen helle, braune und schwarze Zapfen. Ausserdem stellen sie einen Märzenzapfen und einen Weizenzapfen her.

«Auf Weihnachten planen wir 50 Liter <Weihnachtsbier>, dem die Zugabe von Zimt, Honig und Gewürznelken ein geschmackvolles Aroma verleiht.

Biomalz und Handarbeit

«Bei den verschiedenen Malzsorten handelt es sich um Biomalz, wiewohl das Endprodukt zu 96 Prozent als Biobier bezeichnet werden kann», betonen die Braumeister, die ihr Metier bei der Sevibräu in Sevelen gelernt haben.

Wer Einblick in das Bierbrauen im schweizweit kleinsten registrierten Brauhaus haben möchte, kann das unverbindlich tun. Dabei kann festgestellt werden, dass der Umgang mit Malz, Hopfen, Hefe, Wasser und anderen Rohstoffen ausschliesslich manuell geschieht, äusserst zeitaufwendig ist und zudem Genauigkeit und Sachkompetenz erfordert.


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