Wenige Gäste, viele Diskussionen

FRAUENFELD ⋅ Im kommenden Jahr findet im Murg-Auen-Park erneut das Festival «Out in the Green Garden» statt. Die Veranstalter informierten am Mittwochabend die Anwohner. Deren Meinungen gingen stark auseinander.
24. November 2017, 07:43
Rahel Haag

Rahel Haag

rahel.haag

@thurgauerzeitung.ch

Der Mond hängt als schmale Sichel am Himmel. Der Pavillon im Murg-Auen-Park ist hellerleuchtet. Die Veranstalter des Festivals «Out in the Green Garden» haben zu einem Informationsanlass samt Apéro geladen. Auf der Gästeliste standen 250 Anwohner. Gekommen sind am Mittwochabend rund zehn.

Vorab informierten Vereinspräsident Dominik Stillhard und Stadtpräsident Anders Stokholm über die neuen Rahmenbedingungen des Festivals. Das «Out in the Green Garden» findet, nachdem es in diesem Jahr ausgefallen ist, im kommenden Jahr wieder vom 10. bis 12. August statt. Diesmal unter strengeren Auflagen. Dazu gehören unter anderem reduzierte Spielzeiten bis Mitternacht statt 2 Uhr morgens und eine Besuchergrenze, neu sind nur noch 1000 Besucher zugelassen. Am Freitag und Samstag wird zwischen Mitternacht und 6 Uhr zudem eine Afterparty unter der nahen Autobahnbrücke der Militärstrasse gefeiert. Die Bewilligung des Bundesamts für Strassen (Astra) steht allerdings noch aus.

Eine Zweckentfremdung des Murg-Auen-Parks

Anschliessend hatten die Anwohner Gelegenheit, Fragen zu stellen und ihre Meinung zu äussern. Unter ihnen war auch Gemeinderat Fredy Marty. Zu Beginn seines Votums betonte er, dass er das Festival für eine gute Sache halte. Allerdings gab er zu bedenken, dass der Murg-Auen-Park ein naturnahes Erholungsgebiet sei, wofür die Stimmberechtigten einen Kredit von 3,6 Millionen Franken gesprochen hätten. Nun werde der Park von den Veranstaltern des Festivals «in Beschlag genommen» und «zweckentfremdet». Er nannte die Bewilligung des Festivals «einen Verrat an den Stimmbürgern». Eine der anwesenden Anwohnerinnen sagte, dass sie derselben Meinung sei.

«Der Murg-Auen-Park war so sauber wie noch nie»

Doch es gab auch andere Stimmen. Eine ältere Anwohnerin erzählte, dass sie selbst am Festival teilgenommen habe. «Ich fände es schade, wenn es nicht mehr durchgeführt würde.» Ein weiterer Anwohner sagte, dass er und seine Frau aufgrund des Lärms während des Festivals verreisen. Im vergangenen Jahr seien sie skeptisch gewesen und hätten befürchtet, dass sie nach ihrer Rückkehr viel Abfall vorfinden würden. «Doch der Murg-Auen-Park war so sauber wie noch nie.»


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