Wärmering hat Zukunft

FRAUENFELD ⋅ 73 Prozent der Urnengänger sagten Ja. Ein klares Ergebnis resultiert aus der gestrigen Abstimmung über die Sanierung der Wärme Frauenfeld AG und ihre Integration in die städtischen Werkbetriebe. Damit ist der drohende Konkurs der AG abgewendet.
25. September 2017, 07:54
Mathias Frei

Mathias Frei

mathias.frei@thurgauerzeitung.ch

Frühling im Herbst: Das herrscht im Rathaus nach dem eindeutigen Abstimmungsresultat von gestern. Die Frauenfelder Stimmbürger haben sich klar für eine Zukunft des Wärmerings ausgesprochen. Bei einer Stimmbeteiligung von 44,8 Prozent sagten 4928 Frauenfelder Ja zur Sanierung der Wärme Frauenfeld AG (WFAG) und ihrer Integration in die städtischen Werkbetriebe. 1836 Neinstimmen gab es. Oder: 73 Prozent Ja, 27 Prozent Nein.

Das heisst: Der drohende Konkurs der WFAG, die mit der Abwärme aus der Frauenfelder Kläranlage einen Wärmering speist, ist abgewendet. Frauenfeld steuert 2,17 Millionen Franken an die Sanierung der AG bei und verzichtet zudem auf den Aktienanteil in Höhe von 300000 Franken. Ein grosser Teil dieser insgesamt 2,47 Millionen ist bereits abgeschrieben, drückt also finanziell nicht mehr. Der Wärmering soll in Zukunft zumindest kostendeckend betrieben werden können. So werden die Aktiven und Passiven der WFAG von Frauenfeld übernommen und in die Werkbetriebe integriert. Kostenpunkt: 1,95 Millionen Franken. Die anderen Aktionäre (Stadt Winterthur, Ara-Verband Frauenfeld) haben diesem Plan bereits zugestimmt und leisten auch ihren Anteil. Weiter verzichten die TKB und der Kanton Thurgau als Gläubiger auf Geld.

«Intensive Arbeit hat Früchte getragen»

Auf Anfrage zeigt sich Stadtpräsident Anders Stokholm «erleichtert, dass die intensive Arbeit ­ der vergangenen zwölf Monate Früchte getragen hat». Zudem sei er dankbar ob des deutlichen Resultats. «Es ist uns gelungen, dem Stimmvolk zu zeigen, dass der Wärmering eine gute Sache ist», sagt Stokholm. Mit dem Ja könne der Wärmering für die ­Zukunft gut aufgestellt werden. Dass man nun der Forderung des Gemeinderats nach Aufsicht und Kontrolle nachkomme, habe ebenfalls zum Abstimmungs­resultat beigetragen.

Der Abstimmung war ein praktisch inexistenter Abstimmungskampf vorausgegangen. Gegner gab es keine, alle Parteien und politischen Gruppierungen waren dafür. Vergangenen Montag sprach sich letztlich auch das Winterthurer Stadtparlament mit einer deutlichen Mehrheit für den Sanierungsplan aus. «Das Ja aus Winterthur ist ein gutes Zeichen gewesen und hat unter­strichen, dass wir eine für alle ­Beteiligten sachgerechte Lösung erarbeiten konnten», kommentiert Stadtpräsident Stokholm.

Nun gilt es, die Integration des Wärmerings in die Werkbetriebe aufzugleisen. Seitens Stadt braucht es ein Reglement, das den Werken Fernwärme als neuen Betriebszweig ermöglicht. ­Einen ersten Entwurf dazu hat der Stadtrat schon im Rahmen der Botschaft an den Gemeinderat von Ende Mai präsentiert. Das Reglement soll per 1.Januar 2018 in Kraft treten. Dementsprechend soll es laut Stokholm «wenn möglich noch im alten Jahr», also noch heuer, vom Gemeinderat verabschiedet werden. Seitens WFAG ist zum einen der letzte Rechnungsabschluss noch offen, zum anderen muss die Aktionärsversammlung der Auflösung zustimmen. Möglicherweise werden diese zwei Schritte in einer Versammlung zusammengenommen, jedoch erst 2018.


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