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Tagblatt Online, 22. Juni 2012 01:09:00

Vorbei mit klirrenden Flaschen

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Aus dem Untergrund ans Tageslicht: Werkhofleiter Markus Graf entnimmt einem Textilcontainer das Sammelgut. (Bild: Evi Biedermann)

FRAUENFELD. Die Entsorgung von Glas, Büchsen und Textilien geht in den Untergrund. Die neue Unterflur-Sammelstelle ist seit gestern in Betrieb.

EVI BIEDERMANN

Die Sammelstelle auf dem Marktplatz ist eine der bestgenutzten in Frauenfeld. Seit gestern ist sie zudem die schönste und modernste aller acht Sammelstellen der Stadt. Statt den grossen klobigen Glascontainern stehen dort nun 13 kleine schlichte Einwurfsäulen für Glas, Büchsen und Textilien. Das verbessert nicht nur die Übersicht bei der Zufahrt vom Marktplatz her, sondern verringert auch den Lärm um ein Vielfaches. Denn die Flaschen und Büchsen fallen in den Untergrund, wo sie von Containern aufgenommen werden.

Weitere Standorte möglich

Solche Unterflur-Sammelstellen gibt es bereits etliche in der Schweiz, in Frauenfeld jedoch ist es die erste. Weitere Standorte kann sich Stadtrat Urs Müller durchaus vorstellen. «Vorerst aber wollen wir Erfahrungen sammeln», sagte der Hoch- und Tiefbauchef anlässlich der gestrigen Inbetriebnahme.

Bis das Projekt realisiert werden konnte, waren umfangreiche Vorbereitungen nötig, dazu gehörten auch Gespräche mit dem Verband der KVA Thurgau über das zukünftige Entleerungs- und Logistiksystem der unterirdischen Container. «Wir konnten nicht einfach machen, was wir wollten», stellte Müller klar. Vorgegeben war ein patentiertes Entsorgungssystem einer aargauischen Firma, welches die KVA auf dem ganzen Kantonsgebiet anwendet.

Sicherheitsboden rückt nach

Die Glas- und Büchsencontainer werden einmal pro Woche von der Firma Müller Recycling geleert. Dazu werden sie vom Kran eines Entsorgungs-LKWs aus dem Untergrund herausgehoben, über dessen Anhänger gehievt und dort entleert. Damit am Boden niemand in den unterirdischen Leerraum fällt, rückt dort automatisch ein Sicherheitsboden nach.

Ebenfalls unterirdisch angelegt sind auf dem Marktplatz die Textilcontainer sowie ein Abfallcontainer für Tragtaschen. Diese werden mit einem hydraulischen Lift auf Terrainhöhe angehoben und dann bequem entleert. «Das ganze System ist eine erfreuliche Sache», sagte Roman Müller vom Werkhof, der mit seinem Team die Sammelstelle täglich kontrolliert. Mit den kleineren Sammelbehältern könne der illegalen Abfallentsorgung noch besser vorgebeugt werden.

Die neue Anlage kostet die Stadt 130 000 Franken, die Gesamtkosten belaufen sich auf 170 000 Franken. Finanziert wird sie nicht etwa durch Steuergelder, wie dies ein Passant gestern mit seinem Lob «es passt, gefällt – Frauenfeld setzt seine Steuergelder sinnvoll ein» glaubte, sondern durch Recyclinggebühren.




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