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Tagblatt Online, 23. Mai 2012 01:04:00

Noch mehr gemeinsame Wärme

Fernwaermeverbund Felben-Wellhausen Zoom

Hinter der Weinfelderstrasse 4 in Wellhausen startet heute der Leitungsbau. Das freut den Vorstand der Fernwärme-Genossenschaft: Bruno Baumgartner, Jörg Müller, Martin Aebersold und Präsident Werner Dietiker. (Bild: Reto Martin)

FELBEN-WELLHAUSEN. Die Wärmeverbund-Genossenschaft Felben-Wellhausen wächst. In Wellhausen wird eine zweite Heizzentrale erstellt. Anfang September soll erstmals Wärme durch das neue Netz fliessen.

MATHIAS FREI

Heute Morgen geht der Wärmeverbund Felben-Wellhausen baulich in die zweite Runde. Hinter der Weinfelderstrasse 4 beginnt der Aushub der 80 Zentimeter tiefen Gräben für weitere 1461 Meter Fernleitungen. Aus einer zweiten Heizzentrale an der Bergstrasse sollen ab Anfang September 22 Objekte – Wohnhäuser und Gewerbebauten – in Wellhausen südlich der Weinfelderstrasse mit Wärme versorgt werden.

Zwei Brennöfen seit Juli 2011

Seit vergangenem Juli liefert die lokale Wärmeverbund-Genossenschaft Heizenergie in Form von 80 Grad heissem Wasser in 90 Wohnungen, 8 Einfamilienhäuser und mehrere öffentliche Gebäude. Die 1,75 Millionen Franken teure Heizzentrale steht im Güterschuppen, den die politische Gemeinde Felben-Wellhausen von den SBB übernommen hat und seither dem Wärmeverbund vermietet. Anstoss zur Gründung einer Genossenschaft gab damals Felben-Wellhausens Leitbild, worin sich der Gemeinderat Energieeffizienz und die Nutzung erneuerbarer Energietechnologien zum Ziel gesetzt hat.

Neubauten beschleunigen Pläne

«Die zwei Brennöfen im Güterschuppen laufen tadellos», zeigt sich Genossenschaftspräsident und Vizegemeindeammann Werner Dietiker zufrieden. Deshalb hatte die Wärmeverbund-Genossenschaft beabsichtigt, im 2013 das Bedürfnis nach einer zweiten Heizzentrale oberhalb der Weinfelderstrasse abzuklären.

Schon früher kam aber die Anfrage von mehreren Bauherren, die ihre geplanten Neubauten an ein neues Wärmeleitungsnetz anhängen wollten. Auch andere Liegenschaftenbesitzer zeigten Interesse an einem Anschluss. Es musste schnell gehen. Die Genossenschaftsversammlung stimmte Anfang April dem Bau einer zweiten Heizzentrale inklusive Netz für insgesamt 1,51 Millionen Franken zu. Die Bauparzelle gehört der Politischen Gemeinde, Hoch- und Tiefbau realisiert und finanziert die Genossenschaft.

385 000 Liter weniger Heizöl

«Es ist nicht einfach, ein solches Projekt so schnell auf die Beine zu stellen», sagt Genossenschaftspräsident Dietiker. Gleichwohl mache es einen stolz, weil man so eine zukunftsträchtige Energietechnologie fördern könne. Auch bei der zweiten Heizzentrale dient lokales Holz als Brennstoff. Rund 2500 m3 Schnitzel sollen jährlich 898 000 Kilowattstunden Wärmeenergie – zu 13,5 Rp./kWh – produzieren. Zusammen mit dem bisherigen, leicht grösseren Wärmenetz lassen sich so 385 000 Liter Heizöl im Jahr einsparen. «Der Wirkungsgrad der Holzschnitzel-Verbrennungsöfen bewegt sich auf einem hohen Niveau, bei tiefen Feinstaubemissionen», sagt Dietiker.

Die vier Öfen werden in Zukunft 20 Prozent des Wärmebedarfs der Wohnhäuser in Felben-Wellhausen decken.




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