Mutmassliche Mafia-Mitglieder widersetzen sich der Auslieferung

Die Mafia-Tischrunde im Hinterzimmer eines Restaurants im thurgauischen Wängi. Zoom

Die Mafia-Tischrunde im Hinterzimmer eines Restaurants im thurgauischen Wängi. (Printscreen Youtube)

FRAUENFELD ⋅ Die heute auf Anordnung des Bundesamtes für Justiz (BJ) in den Kantonen Thurgau, Zürich und Wallis festgenommenen mutmasslichen Mitglieder der mafiösen Vereinigung 'Ndrangheta sind noch gleichentags zu den italienischen Auslieferungsersuchen einvernommen worden. Vierzehn Personen widersetzen sich der Auslieferung.

08. März 2016, 17:10
FRAUENFELD. Wie das Bundesamt für Justiz mitteilt, erklärt sich eine im Kanton Thurgau festgenommene Person mit der Auslieferung an Italien grundsätzlich einverstanden, hat aber noch eine dreitägige Bedenkzeit.

Gestützt auf die italienischen Ersuche und die Ergebnisse der Einvernahmen sowie schriftliche Stellungnahmen der betroffenen Personen, werde das BJ nun über die Auslieferung entscheiden. "Wir prüfen zudem, ob diese Personen weiterhin in Haft bleiben oder gegen bestimmte Auflagen freigelassen werden sollen", heisst es weiter im Communiqué.

Kein Fluchtrisiko
Im Auslieferungsverfahren gelte gemäss Rechtshilfegesetz und Rechtsprechung des Bundesgerichts die Haft als die Regel, so das BJ weiter. "Da die meisten Personen seit Jahren in der Schweiz wohnhaft sind und sie bereits vor der Festnahme Kenntnis von den italienischen Ermittlungen hatten, dürften das Fluchtrisiko und auch die Kollusionsgefahr gering sein." Das BJ erwäge daher, diese Personen gegen Kaution - allenfalls verbunden mit anderen Sicherungsmassnahmen wie etwa Meldepflicht und Schriftenabgabe - freizulassen.

Eine der zwei eingebürgerten Personen, die nicht ohne ihre Zustimmung an Italien ausgeliefert werden kann, hat heute laut BJ bei ihrer Einvernahme ebenfalls erklärt, sich einer Auslieferung zu widersetzen. "Die andere eingebürgerte Person wird erst nächste Woche einvernommen." (red.)
 

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