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Tagblatt Online, 30. Juli 2012 07:23:00

Donner, Lärm und Schlamm

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Die Brüder Levin und Luan Kündig fahren bereits Rennen. (Bild: Severin Schwendener)

WEININGEN. Zum fünftenmal fand in Weiningen das Motocross Warth-Weiningen statt. Ein heftiges Gewitter sorgte dafür, dass es eine schlammige Angelegenheit wurde. Für die Besucher war dies ein besonderes Spektakel.

SEVERIN SCHWENDENER

Es geht alles ganz schnell. Gerade noch schossen die Motorräder mit knatternden Motoren über die hügelige Piste, wirbelten Staubwolken auf und sprangen in spektakulärer Manier über die angelegten Schanzen. Doch dann entlädt sich ganz in der Nähe über dem Wald aus heiterem Himmel ein Blitz, und das vielfache Krachen des Donners lässt auch den Konzentriertesten vom Rennen aufschauen.

Es ist Samstagnachmittag, und in Weiningen ist das Motocrossrennen in vollem Gang. Sintflutartig strömt es vom Himmel, innert Kürze tun sich riesige Pfützen auf, Bäche fliessen Strassen und Wege hinab, die Zuschauer flüchten ins Festzelt. Nach wenigen Minuten ist alles vorbei, die Sonne brennt wieder vom Himmel und heizt die drückend schwüle Luft bereits wieder auf, doch das abgeerntete Weizenfeld der Familie Hofmann hat sich bereits in eine Schlammlandschaft verwandelt. Der Stimmung tut dies keinerlei Abbruch.

«Schräubelen» gehört dazu

Auch im Fahrerlager sorgt das kurze, aber nasse Intermezzo nicht für schlechte Laune; Dreck gehört zum Motocross dazu. Schlammbespritzt sitzen dort Hans Senn aus Andwil und Simon Zwicker aus Arnegg auf ihren ebenfalls ordentlich dreckigen Motorrädern. Die beiden fahren seit ungefähr zwei Jahren Motocross, allerdings ohne Lizenz. «Es ist für uns vor allem ein Hobby», wie die beiden erzählen. Ein Hobby, für das sie einige Stunden investieren. «Selbstverständlich schrauben wir auch an unseren Maschinen, das gehört dazu.»

Pisten sind Mangelware

Zum Training fahren sie nicht selten nach Italien, dort hat es mehr Pisten. «Pisten sind in der Schweiz eine echte Mangelware.» Eine Bewilligung für eine Piste zu erhalten, sei schwierig. Thomas Hofmann, der das Motocross seit fünf Jahren organisiert, musste denn auch 54 Auflagen erfüllen, um das Rennen veranstalten zu können. Auch junge Fahrer nehmen am Rennen teil. Luan Kündig aus Rudolfingen wird demnächst 10 Jahre alt, aber er ist am Samstagvormittag bereits ein Rennen in der 65ccm-Klasse gefahren. Seine Leidenschaft reicht weit zurück: Bereits mit 6 Jahren hat er an einem ersten Rennen teilgenommen.

Mit dabei ist immer auch sein älterer Bruder Levin. Er ist 13 und fährt am Sonntag sein Rennen. Auch er ist vom Motocross begeistert. Gemeinsam sind sie Mitglieder im Jugend-Motocrossclub Schönenberg.




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