Schiff ist Trumpf

UNTERSEE ⋅ Schon die erste Aktion des neuen Fördervereins der Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein hat gestochen. Am Montag ging das Jass-Schiff auf Kurs. Mit an Bord war Monika Fasnacht, die Jasserin der Nation.
06. September 2017, 20:26
Ernst Hunkeler
Wer Jass sagt, muss auch Monika Fasnacht sagen. Denn sie war dabei, spielte aber nicht mit. Dafür aber 112 Jasserinnen und Jasser, die am Montagnachmittag den Saal des URh-Flaggschiffs «Schaffhausen» füllten. Am einzigen nicht belegten Tisch hatte Monika Fasnacht ihr Wettkampfbüro eingerichtet. Eben genau jene Monika Fasnacht, die man als Jasserin der Nation kennt und schätzt, nachdem sie bis Anfang 2017 den «Samschtig-Jass» im Schweizer Fernsehen moderiert hatte.

Während die Schiffscrew aus Kapitän Johann Ritter sowie Markus Böhm und Markus Keller das Flaggschiff von Schaffhausen aus Richtung Diessenhofen navigierte, managte Fasnacht mit ihrem Partner Reto May das Turnier. Die beiden sind eine eigentliche Jass-Firma, die in der Schweiz und halb Europa erfolgreich Jass-Tage und -Wochen an Land und auf dem Wasser organisiert.

Hanhart hatte die Idee zum Jass auf dem Rhein

Mit an Bord waren URh-Geschäftsführer Remo Rey und Beatrice Hanhart aus Diessehofen als Präsidentin des URh-Fördervereins. Sie war Ideengeberin für das erste Jass-Schiff in der Geschichte der thurgauisch-schaffhausischen Reederei. Nach der Begrüssung führte Monika Fasnacht in die Spielregeln ein zum Schieber mit Einzelwertung. Will heissen: Die Partner aus einem Spiel nahmen jeder für sich die erreichten Punkte zu jeweils einem anderen Partner an einen anderen Tisch mit, wo sich das Ganze fortsetzte, bis nach vier Runden zu acht Spielen die Rangliste feststand.

Während an rund 30 Tischen gespielt und gepunktet wurde, führte Fasnacht auf ihrem Laptop laufend Buch. Das Ganze lief wie am Schnürchen – dank der Erfahrung der Fernsehfrau und vielleicht auch dank des Maskottchens, das die Jass-Päpstin überall hin begleitet. Unter dem Tisch der Spielleiterin wachte Mischlingsrüde Filou – nebst Jassen und Partner Reto May wohl das Wichtigste im Leben der Wahlbündnerin. Wen wundert’s, dass sich Fasnacht inzwischen auf Tiersendungen spezialisiert hat.

Das Einzige, was zwangsläufig zu kurz kam, war der Genuss der Stromlandschaft zwischen Schaffhausen und Diessenhofen, die bekanntlich als eine der schönsten Europas gilt. Denn zu-mindest jene, die grad mit einem Spiel beschäftigt waren, hatten nur gerade für dieses Augen. Was auf einem Jass-Schiff ja durchaus verständlich und im Sinne eines guten Abschneidens auch sinnvoll war. In den Spielpausen allerdings genossen selbst vergiftete Jasser den Blick übers Wasser, die Ufer und die herrlichen Spätsommerstimmungen. Nach knapp drei Stunden legte das Jass-Schiff wieder in Schaffhausen an. Den ersten Platz machte Sepp Aregger (Rheinau). Auch Dieter Kotz (Stein am Rhein) und Erika Möckli (Neftenbach) auf den weiteren Podestplätzen heimsten attraktive Preise ein. Jeder Spieler bekam ein Erinnerungspräsent. Und die wahrhaft gelungene Premierenveranstaltung des Fördervereins hatte ihren letzten Stich gemacht.

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