Noch fehlt das Herzstück

FRAUENFELD ⋅ Die zweite Etappe des Regionalen Radwegs im Osten der Stadt ist vollendet. Jetzt läuft die Planung der noch fehlenden Strecke. Die Verhandlungen mit den Landbesitzern gestalten sich aber zäh.
23. September 2017, 05:19
Samuel Koch

Samuel Koch

samuel.koch

@thurgauerzeitung.ch

Die Lücke ist rund 1,3 Kilometer lang. Zwar fahren die Velofahrer von Gachnang nach Felben-Wellhausen vom Schlossberg über den Bahnhofplatz, die Bahnhofstrasse, vorbei an der Gartenlaube Richtung Goldackerstrasse über Asphalt. Dieser ist aber nicht offizieller Teil des Regionalen Radwegs, wozu 2011 sowohl das Frauenfelder (2,45 Millionen Franken) als auch das Gachnanger Stimmvolk (450000 Franken) Ja sagten. Felben-Wellhausen hingegen versenkte den Antrag für ihren Abschnitt.

Nachdem im Sommer 2014 die erste Etappe im Westen von Frauenfeld zwischen Messenriet und Bahnhof SBB abgeschlossen wurde und im Osten zwischen Avia-Tankstelle und Riedstrasse ein Teilstück der zweiten Etappe gebaut wurde, ist nun mit der Erschliessung der neuen Sägereistrasse hinter dem Thurgipark und deren Asphaltierung die zweite Etappe vollständig abgeschlossen (siehe Karte).

Kosten teilen sich Bund, Kanton und Stadt

Diese haben Stadtrat Urs Müller als Vorsteher des Departements Bau und Umwelt sowie Thomas Müller als Amtsleiter Tiefbau und Verkehr kürzlich in Betrieb genommen, wie einer Mitteilung zu entnehmen ist. «Die Fertigstellung der zweiten Etappe darf als Meilenstein für den regionalen Radweg bezeichnet werden», sagt Stadtrat Müller. Die Kosten für Landerwerb, Planungen, Bauarbeiten und Nebenkosten von 1,7 Millionen Franken für die zweite Etappe teilen sich Bund, Kanton und die Stadt, wobei letztere knapp einen Drittel berappt.

Nun fehlt noch das eigent­liche Herzstück, doch die Verhandlungen mit den privaten Landbesitzern zwischen Goldacker- und Erchingerstrasse gestalten sich schwieriger als gedacht. «Wir sind uns noch nicht mit allen einig», sagt Stadtrat Müller. Er sagt aber auch, dass in den Verhandlungen zuletzt Fortschritte erzielt worden seien. So oder so muss gegenüber dem ursprünglich laut Botschaft fixierten Zeitplan mit Verzögerungen gerechnet werden. Die ursprünglichen Kosten von 2,45 Millionen Franken können bisher aber grosso modo eingehalten werden. «Wir bewegen uns in diesem Rahmen», sagt Müller. Nebst dem dritten Teilstück fasst die Stadt noch Optimierungen für die Velofahrer ins Auge, die vom Bahnhofplatz ostwärts fahren. «Im Bereich der Gartenlaube werden Verbesserungen gesucht, es herrschen aber beschränkte Platzverhältnisse», meint Müller.

Unabhängig der Fertigstellung des Radwegs mit dem dritten Teilstück sind weitere Planungen für den Langsamverkehr angedacht. Von der Erchinger­strasse bis zum Bahnhof sollen Velofahrer dereinst einem ausgedienten SBB-Gleis entlang und auf Höhe der Brücke über die Zeughausstrasse zum Bahnhof gelangen. «Das sind aber langfristige Ziele», sagt Müller. Zudem sei dieses Projekt nicht Teil der Botschaft des regionalen Radwegs, sondern als Option beschrieben.


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