Mit neuem Antrieb an der Startlinie

UNTERSEE ⋅ Die Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein hat das Ruder nach zuletzt turbulenten Zeiten herumreissen können. Sie schreibt schwarze Zahlen und steht mit neuen Motoren kurz vor dem Saisonstart.
28. März 2018, 08:54
Samuel Koch

Samuel Koch

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@thurgauerzeitung.ch

Noch stehen die Schiffe der Weissen Flotte still. Übermorgen Karfreitag geht’s los, auch wenn noch ohne Flaggschiff MS Schaffhausen, die in den vergangenen fünfeinhalb Monaten eine technische Rundumerneuerung erfuhr. Unter der Leitung von Werft-Leiter Herbert Rispy, dem Einsatz von über 4500 Arbeitsstunden des eigenen URh-Personals sowie der Arbeit von Fachkräften der österreichischen Werft Linz erhielt das 48-jährige Schiff zwei neue 500-PS-Motoren der Marke Scania, neue Steuergeräte sowie ein komplett überholtes Steuerhaus. «Insgesamt haben wir rund sechseinhalb Kilometer neue Kabel verlegt», sagt Rispy auf dem Rundgang durch die Werft, in welcher die MS Schaffhausen noch auf Helling liegt. Zum Saisonstart bleibt die Flotte also noch unvollständig, weil der Feinschliff sowie die Zulassung des Bundesamtes für Verkehr noch fehlen.

Stabile Passagierzahlen

Auch wenn noch ohne Flaggschiff fährt die Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein (URh) in ruhigere See als auch schon. Dank Wetterglück, stabilen Passagierzahlen und weiteren Kostensenkungen wie der reorganisierten Geschäftsstelle oder dem Einsatz von mehreren Saisonniers resultiert unter dem Strich der Rechnung 2017 ein Gewinn von 424000 Franken bei einem Gesamtaufwand von rund 4,45 Millionen Franken. «Mit diesem Resultat kompensieren wir den Verlust der Vorjahre», sagt URh-Verwaltungsratspräsident Roger Forrer.
 

Die Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein (URh) blickt zurück auf ein turbulentes Jahr 2017 und startet mit neuen Motoren in der MS Schaffhausen und neuem Elan in die bevorstehende Saison 2018. (Samuel Koch)

Vor zwei Jahren legte die URh-Führung der Generalversammlung Sanierungsmassnahmen, um das strukturelle Defizit zu beseitigen. «Diese Phase ist nicht spurlos an uns vorbeigegangen», sagt Forrer. Das jetzige Resultat zeige jedoch, dass sich die URh auf dem richtigen Weg befinde. «Der Dank gilt den Aktionären für die teils einschneidenden Schritte, und der Dank gilt den Kantonen Thurgau und Schaffhausen für die zinslosen Darlehen in Höhe von 1,5 Millionen Franken», sagt Forrer. Exakt diese Summe investierte die URh in den vergangenen Monaten auch in die Neumotorisierung der MS Schaffhausen.

Eine neue Landestelle in Konstanz und Spezialschiffe

Im vergangenen Jahr transportierten die URh-Schiffe mit knapp 350000 Passagieren nur leicht weniger als im Jahr davor (minus 3,8 Prozent). «Erfreulich entwickelte sich das Geschäft mit den Rundfahrten», sagt URh-Geschäftsführer Remo Rey. Zudem seien mehr Tageskarten verkauft worden, und die Marketingmassnahmen mit Partnern hätten Früchte getragen. Zwischen Kreuzlingen und Schaffhausen landen die URh-Schiffe neu fahrplanmässig an der Landestelle Konstanz Bodenseeforum. «Wir erhoffen uns, dass dort vermehrt Fahrgäste zusteigen, die mit einem City-Ticket zum Konstanzer Hafen fahren», sagt Rey.

Wie im vergangenen Jahr erstmals sollen ab Schaffhausen rheinaufwärts auch heuer wieder vereinzelt Jass-Schiffe oder auch das Magic-Boat mit Magier und Zauberer verkehren. «Auf Interesse stossen auch weiterhin die Sonderfahrten wie das Piano- oder das Acapella-Schiff», sagt Rey. Ebenso stehen Vogelschau-Fahrten entlang des Wollmatinger Ried oder Tagesausflüge zum Arenenberg oder auf die Insel Reichenau auf dem Programm.


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