Mehr Restaurant im Bistro

FRAUENFELD ⋅ Die Baubewilligung ist erteilt – im zweiten Anlauf. Das Bistro Zur alten Kaplanei in der Altstadt bekommt endlich eine Küche. Das gibt dem Betrieb für die Speisekarte neue Möglichkeiten.
28. September 2017, 07:41
Mathias Frei

Mathias Frei

mathias.frei@thurgauerzeitung.ch

Mehr als anderthalb Jahre war das Bauprojekt blockiert. Menus entstanden auf zwei elektrischen Kochplatten. Denn eine richtige Küche gab es nicht. Mit dem zweiten Baugesuch, das kürzlich bewilligt worden ist, soll sich die Situation im Bistro Zur alten Kaplanei auf den nächsten Frühling merklich verbessern. «Wir sind erleichtert», sagt Lukas Leutenegger. Er ist Präsident des Bistro-Trägervereins und der Katholischen Kirchgemeinde FrauenfeldPlus.

Im Herbst 2015 hatte die Kirchgemeindeversammlung für den Umbau einen Kredit über 350000 Franken bewilligt. Anfang 2016 reichte die Kirchgemeinde als Besitzerin der Rüppplinschen Kaplanei in der Altstadt das erste Baugesuch ein. Es gab aber eine Einsprache eines Anwohners. Das Projekt war blockiert. Diesen Sommer nun kam ein zweites Gesuch zur Auflage, in redimensionierter Form. Im Auftrag der Bauherrschaft hatte Gabriel Müller als zuständiger Architekt diverse Faktoren abgeklärt, in enger Zusammenarbeit mit der kantonalen Denkmalpflege, und unter anderem ein Lärmgutachten erstellen lassen. Und siehe da: Ohne eine Einsprache wurde das Projekt bewilligt. «Wir hätten nicht gedacht, dass es nun so schnell geht», sagt Architekt Müller.

Von 40 auf 30 Plätze verkleinert

Laut zweitem Gesuch ist das Bauvorhaben eine Zweckänderung von Mehrzweckräumen in ein Restaurant mit 30 Sitzplätzen. Weiter sollen eine Küche und eine Kaminanlage eingebaut werden. Im ersten Projekt war die Bauherrschaft noch von 40 Sitzplätzen ausgegangen. «Zudem wird es eine einfache Gastro- küche geben», sagt Architekt Müller. Zudem plant die Kirchgemeinde für nächsten Frühling auch eine Fassadenrenovation. Müllers Ziel ist, dass ab nächstem Mai in der neuen Küche gekocht werden kann. Für den Einbau muss das Bistro etwa einen Monat geschlossen werden. Die Fassadenarbeiten, ebenfalls nächsten Frühling, werden rund zwei Monate dauern, den Betrieb aber nicht weiter tangieren.

Das Bistro ging im Spätfrühling 2015 als Sommerprojekt auf und wertet seither die Altstadt auf. Initiiert wurde es vom damaligen Pfarrer Benedikt Wey und von Kirchgemeindepräsident Leutenegger. Ende des gleichen Jahres wurde der Trägerverein gegründet. 2016 ging man in die zweite Sommersaison. Mittlerweile ist das Bistro ganzjährig geöffnet. Es ist ein Sozialprojekt, das Menschen den Wiedereinstieg über den «zweiten Arbeitsmarkt» ermöglichen will. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erhalten Essen, Trinken und das Trinkgeld, jedoch keinen Barlohn. Die Vermittlung von Personal erfolgt über offizielle Stellen wie das städtische Sozialamt. Es kommt aber auch vor, dass zukünftige Mitarbeiter sich direktim Bistro melden. Im Sommer stehen jeweils fünf bis sechs Arbeitsplätze zur Verfügung, die von bis zu zwölf Personen besetzt werden.

Mehr fixe Speisen verhelfen zu Automatismen

Seit diesem Sommer steht das Bistro unter der neuen Leitung von Maria Schumacher. Ihre Vorfreude auf die neue Küche ist gross. «Bislang war es in der Küche von den Abläufen her sehr improvisiert», sagt Schumacher. Die Verbesserungen würden also primär dem Personal zugute kommen. Mit der Zweckänderung werden auch längere Öffnungszeiten möglich sein. In dieser Hinsicht ist aber von der Bistroleitung her noch nichts entschieden. Bislang gab es eine kleine, einfache Karte und jeweils ein Mittagsmenu. Schumacher zielt auf eine feste Speisekarte mit mehr Menus ab. Damit es für das Personal Automastismen gibt und dadurch die Qualität steigt.

Bistro Zur Alten Kaplanei: Geöffnet Mittwoch bis Freitag, 9 bis 13 Uhr; Samstag: 9 bis 17 Uhr. www.kaplanei.ch


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