Mäusealarm im Werkhof

BASADINGEN ⋅ Seit rund drei Monaten hat der Werkhof mit Mäusen zu kämpfen. Schuld sind Abfallsünder, denn die Nager werden durch Essensreste in Pizzaschachteln angelockt.
04. Oktober 2017, 07:13
Rahel Haag

Rahel Haag

rahel.haag

@thurgauerzeitung.ch

«Mäusealarm», heisst es im Informationsblatt der Gemeinde. Mit Ausrufezeichen. Grund für die Plage in der Kartonentsorgung in Basadingen sind Essensreste in Pizzaschachteln. «Die Mäuse wurden wohl vom Geruch angelockt», sagt Werkhofleiter Rolf Bucher. Seit rund drei Monaten würden sie sich nun in der Kartonpresse tummeln. «Im Sommer ist es mir erstmals aufgefallen.» Die Presse sei zwei- bis dreimal täglich in Betrieb. Zerquetscht werden die Nager aber nicht. «Die Maschine läuft langsam», da bleibe den Mäusen genügend Zeit, um zu verschwinden. «Während des Pressens kann man zuschauen, wie sie vorne herausklettern.» Das sehe noch «glatt» aus.

Das ist aber auch das einzig Lustige, das Bucher der Situation abgewinnen kann. Für ihn bedeutet das Problem Mehraufwand. «Neu muss jede Pizzaschachtel nochmals kontrolliert werden», sagt er. Ihm ist aufgefallen, dass jeweils am Sonntagabend und Montagmorgen mehr Pizzaschachteln in der Kartonmulde liegen. «Am Wochenende wird wohl mehr Pizza gegessen.» Und wie es dann eben so sei, werde der Rand nicht gegessen und wandere gemeinsam mit der Schachtel in die Kartonsammlung.

Um die Menschen auf das Problem aufmerksam zu machen, hat Rolf Bucher ein Plakat mit einem Hinweis bei der Kartonmulde angebracht. «Sogar eine Maus habe ich dazu gezeichnet.» Mehr könne er im Moment nicht tun. «Ich hoffe, dass es nun besser wird, ansonsten müssten Mausefallen aufgestellt werden.» Das ist in seinen Augen aber die letzte Massnahme.

Abfallsünder kommen im Schutze der Dunkelheit

Auch an anderen Stellen auf dem Werkhof tummeln sich Tiere. Bei der Mulde für Grünabfälle besteht das Problem ebenfalls darin, dass vermehrt Essensreste entsorgt werden. Dort gebe es ebenso Mäuse. Darüber hinaus Vögel, Katzen und Füchse. Letztere kommen vor allem nachts. «Sie sind auf den Bildern der Überwachungskamera zu sehen», sagt Bucher. Doch nicht nur die Waldbewohner, auch Abfallsünder kommen im Schutze der Dunkelheit. Bei der Kartonsammlung komme es beispielsweise vor, dass Schachteln Plastik oder Styropor enthielten. «Damit man das nicht sofort sieht, werden die Schachteln zugeklebt.» Auch dies führe zu vermehrten Kontrollen. Die Sünder mittels der Videoaufnahmen zu überführen, sei aber ein zu grosser Aufwand.

«Dabei wäre es im Interesse der Menschen, ihren Abfall sorgfältig zu sortieren», sagt Bucher. Denn eine mögliche Konsequenz wäre, dass der Werkhof nur noch zu bestimmten Zeiten zugänglich gemacht würde. «Dann gäbe es einen Zaun rund um das Gelände und Öffnungszeiten», sagt er. Das wäre laut Bucher allerdings die allerletzte Massnahme. «Ich hoffe wirklich, dass wir die Situation wieder in den Griff bekommen.»


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