Kinderrat in der Kinderstadt

FRAUENFELD ⋅ Gestern erhielt die Stadt im grossen Bürgersaal zum zweiten Mal das Label kinderfreundliche Gemeinde von Unicef. Dafür reichte sie einen Massnahmenplan mit 17 Handlungsfeldern beim Hilfswerk ein.
24. November 2017, 07:49
Christian Ruh

Bereits 2012 erhielt Frauenfeld zum ersten Mal die Auszeichnung als kinderfreundliche Gemeinde. Seit gestern darf sie sich diesen Titel für weitere vier Jahre aufs Briefpapier schreiben. Damals wie heute wurde die Übergabe des Preises von Elsbeth Müller, der Geschäftsleiterin von Unicef Schweiz, übernommen. «Die Modernität, die Vision und die Strategien für die Kinderfreundlichkeit sind selbst im internationalen Vergleich speziell», äusserte sie sich zu den Bemühungen der Stadt, «Frauenfeld darf stolz sein.» Auch die Bewohner meinen laut Umfragen, dass die Stadt es gut macht – und die Kinder stimmen ihnen zu.

Von den zehn Massnahmen, die für die Periode 2012 bis 2015 gefasst worden waren, konnte die Stadt sieben umsetzen. Dies habe sich auch daraus ergeben, da manche nicht mehr zeitgemäss waren. Für die Periode 2017 bis 2021 sind jetzt ganze 17 Ziele gesetzt. Darunter unter anderem die Priorisierung von Kinder- und Jugendprojekten, mehr Räume für Jugendliche sowie ihre Freizeitaktivitäten sowie ein Pumptrack, eine Art Veloparcours.

Die Stadt wird gemeinsam in die Zukunft geführt

Unter anderem waren im grossen Bürgersaal auch Vertreter des Kinderrats der Stadt Frauenfeld (Kira) zugegen. Vidhuscha Sounderrajan und Jeremia Grichting stellten den Anwesenden vor, wie der Kira funktioniert. Dabei treffen sich viermal jährlich zwischen 20 und 30 Kinder von 10 bis 14 Jahren im Rathaus, um Anliegen, die sie als Kinder betreffen, zu diskutieren. Jedes Schulhaus, das Kinder in dieser Alterspanne beherbergt, kann zwei bis fünf Kinder für den Rat nominieren. Jedes der Kinder ist ein Jahr lang als Vertreter im Rat, kann dann aber freiwillig noch ein zweites Jahr anhängen.

Das grösste Projekt, welches bis jetzt aus dem Kira hervorgekommen ist, ist der Pumptrack, welcher vom ehemaligen Ratsmitglied Florian Kaiser vorgestellt wurde. «Mir kam die Idee, weil ich früher gerne im Buebewäldli mit dem Velo fuhr. Heute ist das nicht mehr so einfach, da dort der Murg-Auen-Park angelegt wurde.» In Winterthur wurde die Idee eines Pumptracks bereits umgesetzt. Auch ein Ort schwebt Kaiser schon vor: «Wir haben in einer Arbeitsgruppe über mögliche Standorte diskutiert – unser Favorit war die hintere Badiwiese.»

Das Schlusswort hatte Stadtpräsident Anders Stokholm: «Oft sagt man ja, Kinder seien die Zukunft. Aber wie man sieht, sind sie schon die Gegenwart.» Es sei wichtig, dass Frauenfeld gemeinsam gestaltet und in die Zukunft geführt werde.

Christian Ruh

christian.ruh@thurgauerzeitung.ch


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