Hilfe durch Prävention

DEMENZ ⋅ Alzheimer Thurgau hat gestern auf der Insel Werd die Gemeinden Eschenz und Wagenhausen mit dem Demenz-Fokuspreis ausgezeichnet. Dieser wurde erstmals verliehen und ist mit 1000 Franken dotiert.
22. September 2017, 07:19
Margrith Pfister-Kübler

Margrith Pfister-Kübler

unterseerhein

@thurgauerzeitung.ch

«Eschenz und Wagenhausen werden für die besonders en­gagierte Aufklärungsarbeit im ­Zusammenhang mit dem Thema Demenz ausgezeichnet», sagt Daniel Wittwer, Präsident von Alzheimer Thurgau, gestern ­Vormittag bei der Verleihung des erstmals im Thurgau verliehenen Demenz-Fokuspreises auf der Insel Werd. «Gachnang und Egnach werden ebenfalls noch heute ausgezeichnet», ergänzt Wittwer, doch Eschenz und Wagenhausen stünden an der Spitze.

Es ist ein Anerkennungspreis für herausragendes Engagement in der Bewusstseinsbildung und Prävention rund um Demenz. Die für Soziales zuständigen Gemeinderätinnen Heidi Springmann (Eschenz) und Karin Vetterli-Ruh (Wagenhausen) setzen seit Jahren auf gemeindeübergreifende Synergien. Ihr Knowhow und Pioniergeist sind gefragt und sie gelten als echte Referenztypen, die anpacken, bevor es von irgendwoher diktiert wird.

Demenz schleicht sich unbemerkt in den Alltag

Wagenhausens Gemeindepräsident Harry Müller und der Eschenzer Gemeindepräsident Claus Ullmann betonen, wie sehr es ihnen am Herzen liegt, dass eine breite Abstützung der öffentlichen Bewusstseinsbildung, Prävention, Früherkennung, Schulung und Unterstützung von ­pflegenden Angehörigen in der Bevölkerung funktioniert. Ullmann bekräftigt, dass die beiden Gemeinden es sich zur Aufgabe gemacht haben, Unterstützung und Aufklärung auf diesem ­Gebiet breit abgestützt und mit besonderer Aufmerksamkeit zu fördern. Weil sich Demenz unbemerkt in den Alltag schleicht, sei das dynamische Wirken von Heidi Springmann und Karin Vetterli-Ruh besonders verdienstvoll.

Um gute Betreuung für die Betroffenen sicherzustellen, zufriedene Angehörige und lebensfrohe Menschen zu haben, werde durch enge Zusammenarbeit viel bewegt. Der Präsident von Alzheimer Thurgau, Daniel Wittwer, und Geschäftsleiterin Sophie Fritsche betonen, dass sie weiterhin auf Multiplikatoren hofften.

Die Situation von Patienten und Pflegenden verbessern

Der Anerkennungspreis ist mit je tausend Franken dotiert, einzusetzen für Engagements im Bereich Demenz. Grosse Resonanz lösten bisherige Anlässe in Wagenhausen und Eschenz aus. «Es bringt schon viel, wenn die Leute sensibilisiert sind und wissen, wie sie sich verhalten müssen», sagt Heidi Springmann. «Oder wenn dem Personal im Laden oder anderswo etwas auffällt und es mir gemeldet wird, um Hilfe auszulösen. So kann man unbürokratisch helfen», so Karin Vetterli-Ruh zur Demenzstrategie, welche die Situation von Patienten und Pflegenden verbessert.

Veranstaltungen zum Thema sind bereits im Terminkalender: Am 5. Oktober, 19 Uhr, Kino in der Trotte Wagenhausen «Näbelgrind», Informationsabend mit Arzt Michael Lang und Raimund Diesch, Pro Senectute Diessenhofen. Aktuellen Schätzungen zufolge leben in der Schweiz 144000 Menschen mit irgendeiner Form von Demenz, im Thurgau leben rund 4500 Menschen mit der Diagnose Demenz.


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