Patrouille Suisse über dem Thurgau

SPEKTAKEL AM MXGP ⋅ Ohne Generalprobe beehrten am Samstag die Patrouille Suisse sowie ein Super Puma der Schweizer Armee den Motocross-Grand-Prix of Switzerland in Frauenfeld-Gachnang vor tausenden Zuschauern. Am Freitag musste das Training wegen schlechten Wetters noch abgesagt werden.
12. August 2017, 18:17
Samuel Koch
Für einige ist es Lärm, für andere wahrer Ohrenschmaus. Dass diejenigen, die letzteres empfinden, an der zweiten Durchführung des Motocross-Grand-Prix of Switzerland (MXGP) in Frauenfeld-Gachnang in Überzahl sind, war am Samstag unverkennbar. Ohne Hauptprobe, die am Freitag wegen Regens noch hatte abgesagt werden müssen, starteten sowohl der Super Puma der Schweizer Armee als auch die Patrouille Suisse am Samstag ihre Flugshow und sorgten für Begeisterung und Hühnerhaut-Atmosphäre. 

Motorenlärm und die Patrouille Suisse beim MXGP in Frauenfeld-Gachnang 2017. (Samuel Koch)



Kurz vor 14 Uhr kreiste in westlicher Richtung zuerst der Super Puma über die Thurgauer Hauptstadt. Nach mehreren Manövern mit Sinkflug und Rückwarts-Fliegen verabschiedeten sich die zwei Piloten der Schweizer Armee. Die tausenden Zuschauer am Streckenrand winkten und freuten sich auf die bevorstehenden Flugeinlagen der Patrouille Suisse. Die offizielle Jet-Kunstflugstaffel der Schweizer Luftwaffe näherte sich von Westen und rekognoszierte zuerst den Flugraum. Derweil zückten viele Zuschauer auf den Tribünen bereits ihre Smartphones.

In Frauenfeld findet über das Wochenende der zweite "MXGP of Switzerland" statt. Die Fahrer messen sich auf einer 1,7 Kilometer langen Strecke. Unsere Fotografin Andrea Stalder war mit der Kamera unterwegs. (Bilder: Andrea Stalder)

 
 

Zur Sicherheit drei Mann am Boden

Als die sechs F-5E-Tiger dann erstmals nahe über den Motocross-Parcours flogen, brandete Applaus über die Zuschauertribünen. Vom Gelände des MXGP aus standen den Piloten in der Luft ein Kommandant, ein Reservepilot sowie ein Speaker zur Seite. "Das ist zur Sicherheit, um vom Boden aus ein drittes Auge zu haben", meint Denis Bach. Dank der Kontakte des Gachnanger Gemeinderats, der selbst erfahrener Pilot ist, gastierte das Aushängeschild der Schweizer Luftwaffe überhaupt erst im Thurgau. In der Luft zeigten die Patrouille-Suisse-Piloten unter der Führung von Kommandant Nils Hämmerli diverse Flugelemente wie etwa den Melkstuhl oder den Shadow. Ebenfalls zeigten die Piloten eine Kreuzung. "Da muss alles passen, sonst fliegen sie die Kreuzung nicht", sagt Denis Bach. 

Dass die Patrouille Suisse ihre Flugelemente ohne vorgängiges Training absolvierten, sei nichts Aussergewöhnliches. "Dafür haben sie in den Minuten davor mit den vier Fliegern vorne sowie den zwei Solisten links und rechts den Flugraum rekognosziert", sagt Bach. So sei im gesperrten Rayon rasch die Flugachse gefunden gewesen. Mit einem lauten Donner verabschiedeten sich die Schweizer Piloten nach rund viertelstündiger Show aus dem Thurgau in Richtung Basis in Emmen. "Dort ruhen sie sich kurz aus, am Abend fliegen sie eine weitere Show", sagt Bach. Die Piloten haben sich gefreut in Frauenfeld zu fliegen, wie sie auch über Funk und den Speaker-Anlagen sämtlichen MXGP-Besuchern mitteilten. 

Motocross-Rennen gab es dann auch noch. Am Samstag gingen die Trainingsläufe der besten Kategorien MX2 und MXGP über die Bühne, gefolgt von den Entscheidungsrennen der Kategorien EMX 125, EMX 250 und EMX 300. Am Sonntag folgen dann die Wertungsläufe der MX2 und MXGP, die ab 13 Uhr auf SRF 2 live zu verfolgen sind. 

MXGP, So, 13. August, ab 13 Uhr, SRF 2

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