Ein Ende und ein Neuanfang

FRAUENFELD ⋅ Seit rund drei Jahren bietet das Restaurant Flühlingslolle in der Vorstadt asiatische Spezialitäten an. Heute schliessen sich seine Türen zum letzten Mal. Aber ein Nachfolger steht schon in den Startlöchern.
30. September 2017, 05:19

Es ist der letzte Tag, an dem Mymy und Xuong Thai in der Vorstadt hungrige Gäste mit asiatischen Spezialitäten verköstigen. Seit 2014 wurden im Ladenlokal, in welchem sich einst die Metzgerei Stäheli befand, täglich 14 Stunden lang verschiedene Gerichte aus Fernost zubereitet und Kunden bedient. Eine erfüllende Arbeit zwar, aber kein Zuckerschlecken, meint Mymy Thai. «Wir haben die ‹Flühlingslolle› eröffnet, um ein kleineres Restaurant und so mehr Zeit für die Familie zu haben.»

Leider sei das Gegenteil der Fall gewesen, sie arbeiteten 14 Stunden am Tag und hatten kaum Zeit für ihre drei Kinder. Das Ehepaar führte vor dem Umzug das grössere Restaurant East-Tower beim Towerkreisel.

Aufbruch in die Welschschweiz

Nach dem plötzlichen Tod ihres Vaters sei die Situation schlagartig noch schwieriger geworden. Ihre Eltern hatten auf die Kinder aufgepasst, wenn sie am Arbeiten waren, die Mutter allein schaffe dies nicht mehr. In dieser schwierigen Zeit erhielten die Thais ein Angebot: Sie könnten in einem Restaurant in der Welschschweiz die Küche übernehmen. «Die Entscheidung fiel sehr spontan, und wir nahmen an. Wenn wir nur die Küche führen und nicht das gesamte Restaurant, haben wir mehr Zeit für die Familie», meint Mymy Thai. Sie hat in der Welschschweiz gelebt, bevor sie nach Frauenfeld gezogen ist.

Trotz aller Probleme, die sich in den drei Jahren auftaten, sei die Leitung der «Flühlingslolle» für die Thais eine schöne Zeit gewesen. Ihr Restaurant sei immer gut besucht gewesen, ob die Leute nun kamen, um vor Ort im schön eingerichteten Hinterraum zu essen oder etwas im Take-away-Stil mitzunehmen. «Was uns vor allem überraschte, war die Anzahl von Schülern, die uns besuchten», erzählt Mymy Thai. Rund die Hälfte der Gäste am Mittag seien Schüler gewesen, sie hatte kaum damit gerechnet, dass nur ein einzelner vorbeikäme . In Zukunft müssten diese sich halt nach einem anderen Ort fürs Mittagessen umsehen.

Eine Chance für etwas Neues

Oder sie haben ein wenig Geduld, denn obwohl die Thais keine Anzeige für einen Nachfolger geschaltet haben, nahm jemand mit ihnen Kontakt auf. Der Nachmieter will bereits im November eröffnen, und es soll wieder asiatisch werden. Wichtig ist für Mymy Thai, dass die Schliessung nichts mit der Lage in der Vorstadt zu tun hat. «Viele denken, hier sei nichts los. Das Gegenteil ist der Fall, die Lage ist super.» Da stimmt ihr auch Patrick Wirth, Präsident der IG Vorstadt, zu: «Der Platz war scheinbar sehr gut, und es florierte.» In jüngster Zeit gab es einige Geschäfte in der Vorstadt, die ihre Tore schlossen oder neu eröffnet wurden. Wirth sieht das aber nicht als Problem: «Geschäfter kommen und gehen, das war schon immer so.» Es sei wieder eine Chance für etwas Neues. «Dies war auch der Fall, als damals die Metzgerei Stäheli geschlossen wurde, und die ‹Flühlingslolle› einzog.»

 

Christian Ruh

christian.ruh

@thurgauerzeitung.ch


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