Das Runde folgt auf das Eckige

MAMMERN ⋅ Keine Sanierung, sondern ein Neubau des Badihauses ist die Antwort auf den Sturm vom 2. August. Die Stimmbürger genehmigen einstimmig den Kredit von 425000 Franken und sagen auch Ja zum Budget 2018.
24. November 2017, 07:47
Margrith Pfister-Kübler

Margrith Pfister-Kübler

unterseerhein@thurgauerzeitung.ch

Gemeindepräsident Hansjörg Lang hatte seine helle Freude am Rekordaufmarsch der Stimmbürgerinnen und Stimmbürger: 72 von 395 Stimmberechtigten sind am Mittwochabend in die Mehrzweckhalle gekommen. Im Zentrum stand der Investitionskredit für den Neubau des Badihauses. Gemeinderätin und Schulpräsidentin Monika Ribi Bichsel erklärte: «Bei uns im Gemeinderat war schnell klar: Keine Sanierung, sondern ein Neubau. Und der Kioskbetrieb bleibt.»

Ihre Ausführungen zeigten: Da wurde im Vorfeld alles genau angeschaut. Schliesslich ist Mammern besonders stolz auf seine Badi mit den schönsten Sonnenuntergängen, mit Blick auf den Rodenberg und den Hohenklingen. Architekt Donatus Lauener, vom Büro Lauener Baer Architekten aus Frauenfeld, selbst ein Mammermer, liess Revue passieren, was der Sturm vom 2. August angerichtet hat. Dann stellte er die Pläne für den Rundbau aus Holz vor, ebenso die fälligen Umgebungsarbeiten, denn der Sturm hatte ganze Arbeit geleistet. Die zu erwartenden Kosten für Pavillon und Umgebungsarbeiten belaufen sich auf 425000 Franken. Aus früheren Jahren sind 37000 Franken für Umgebungsarbeiten vorfinanziert.

Parkplatzbewirtschaftung soll etwas Geld einbringen

Für die Sturmschäden am Badihaus zahlt die Gebäudeversicherung 29'000 Franken. Pro Jahr brauche es 10'000 Franken für die Amortisation, rechnete Gemeindepräsident Lang vor. Durch bessere Parkplatzbewirtschaftung soll Geld fliessen. Einheimische dürfen die Badi gratis nutzen. Die Diskussion wurde rege genutzt. Da wurde alles nachgefragt, von den WCs bis zur Sturmsicherheit. Und wann steht das neue Gebäude? «Wenn das Seewasser 18 Grad hat», prophezeite Gemeindepräsident Lang. Einstimmig wurde der Investitionskredit von 425'000 Franken für den Neubau Badihaus bewilligt.

Deutlich weniger Geld fürs Jubiläum als Herdern

«Wir budgetieren sehr vorsichtig», betonte Gemeindepräsident Hansjörg Lang und führte durch die einzelnen Budgetposten. Fällig sind auch 85'000 Franken als Teilzahlung für die Gesamtsanierung ARA Stein am Rhein. 25'000 Franken sind im Budget für das Jubiläum 25 Jahre Mammern im 2018 vorgesehen. «Herdern hat für 20 Jahre 90'000 Franken budgetiert», sagte Lang mit Augenzwinkern Richtung Nachbargemeinde.

Schwimmunterricht neu im Bad der Klinik

2500 Franken einsparen kann die Gemeinde, weil der Transport für den Schwimmunterricht nach Ermatingen entfällt. Die Klinik Schloss Mammern erlaubt den Schwimmunterricht in ihrem Hallenbad. Das löste einen herzlichen Spontanapplaus aus. Einstimmig wurde das Budget 2018 mit gleichbleibendem Steuerfuss von 96 Prozent (40 Prozent Politische Gemeinde und 56 Prozent Primarschule) und dem Defizit von 134'110 Franken bewilligt. «Aber keine EU-Offerten einholen für die Investitionen», mahnte ein Votant. «Nicht bei uns», ­zementierte Lang. «By locals»sei die Devise bei den Arbeitsvergaben. Zu reden gab dann noch der Änderungsantrag im Wasserversorgungsreglement Mammern (WVM), vorgestellt durch Gemeinderätin Christel Hasert. «Der Hauseigentümer wird vermehrt in die Verantwortung genommen», sagte sie. Neu ist, dass die Anlageteile im öffentlichen Grund im Eigentum der WVM stehen, alle übrigen Teile im Eigentum des Liegenschaftenbesitzers. Das hat Auswirkungen auf die Kosten. Die Kosten für den Unterhalt im öffentlichen Grund liegender Leitungsteile gehen zu Lasten der WVM – und neu alle übrigen Teile zu Lasten des Liegenschaftenbesitzers. Mit 49 Ja- gegen 2 Nein-Stimmen fand diese Änderung dann eine deutliche Mehrheit.


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