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ESCHENZ ⋅ Zwanzig Schüler des Gymnasiums Oberwil im Baselbiet leisteten diese Wochen einen Umwelteinsatz im Amphibien-Biotop. «Ganz schön, aber anstrengend», fanden die Jugendlichen.
29. September 2017, 07:35
Margrith Pfister-Kübler

Zwanzig Schülerinnen und vier Schüler aus dem Gymnasium Oberwil im Kanton Basel Landschaft haben das Klassenzimmer gegen die Natur getauscht. Sie standen diese Woche in Eschenz im Umwelteinsatz. Mit dem Velo radelte Gemeindepräsident Claus Ullmann ins Pro-Natura-Biotop Eschenz, ausgezeichnet mit dem Label «Amphibienschutzgebiet von nationaler Bedeutung». Ein Teil der 15- und 16-jährigen Gymnasiasten rupfte mit voller Energie Gestrüpp und Pflanzen aus, welche hier nichts zu suchen hatten. Die Eschenzer Christian Müller, Peter Brunner und Sigi Keller agieren als ­Instruktoren.

Klassenlehrer Samuel Tschokke und Lehrerin Nicole Müller haben ihre Brigade im Griff, freuen sich über die gute Laune, welche die jungen Leute verbreiten. Arbeitseinsätze haben Tradition am Gymnasium Oberwil, das es mit seiner Begabtenförderung ins Final der 18 besten Schulen der Schweiz schaffte. Der Thurgau und der angrenzende Kanton Schaffhausen sind fast für alle Neuland. Begeistert schwärmen sie von der Schönheit der Landschaft, vom See, vom Rhein. «Der Thurgauer Dialekt ist richtig lustig, knarrt irgendwie», lachen die Schülerinnen Sarah Stöcklin und Leena Pauli. «Ich finde diesen Dialekt nicht so schlimm, aber es ist schon speziell, wie man hier redet», sagt Mitschüler Jan Haselbach. «Mich verstehen die Schüler prima», sagt der pensionierte Lehrer Ruedi Wild, der zusammen mit dem Spezialisten für Mauerbau aus Natursteinen, Mike Gosteli aus Kaltenbach, den jungen Leuten die Kunst des Bauens von Trockenmauern zeigte. In jungen Jahren zog der junge Lehrer Ruedi Wild aus der Stadt Basel nach Kaltenbach, engagierte sich hier für Biotope und Amphibien.

Die Gemeinschaft macht allen Spass. Die Schüler kochen selbst, kaufen im Volg ein. Von Vorteil ist, dass alle mit wetterfester Kleidung und gutem Schuhwerk ausgerüstet sind. Die Arbeit an der frischen Luft bringt Entschleunigung, doch die Arbeit sei anstrengend, «än Chrampf».

Margrith Pfister-Kübler

unterseerhein@thurgauerzeitung.ch


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