Sturm ist vorbei

UNTERSEE ⋅ Sparmassnahmen und ein erfolgreicher Herbst verhelfen der Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein zu einem erfreulichen Jahresergebnis. Die Zukunft scheint gesichert.
06. April 2017, 05:17
Donat Beerli

Donat Beerli

donat.beerli

@thurgauerzeitung.ch

Die Schifflände in Schafhausen ist der passende Ort für erfreuliche Nachrichten. «Es gibt in der Region wohl kaum einen schöneren Flecken», sagt Reto Dubach, Verwaltungsratspräsident der Schweizerischen Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein (URh), mit Stolz. Die URh hat auf die MS Konstanz eingeladen, um über das Betriebsergebnis 2016 zu informieren. Das nostalgische Schiff ist frisch renoviert – ge­nauso wie die Schifffahrtsgesellschaft. Vor einem Jahr sah es düster aus. «Wir mussten feststellen, dass wir ein strukturelles Defizit hatten», erklärt Dubach. Man holte sich Hilfe und stellte den Betrieb konsequent um. Aktienkapitalerhöhung, Darlehen der Kantone Schaffhausen und Thurgau über 1,2 Millionen Franken sowie Kosteinsparungen inklusive Entlassungen. Umsatzmässig zahlen sich die Einsparungen schon jetzt aus: Fürs 2016 kann die URh einen Gewinn von rund 252000 Franken verbuchen.

Goldenes Wetter bringt Passagiere

Zum positiven Jahresergebnis beigetragen hat nebst der Senkung der Kosten auch die steigende Zahl der Passagiere – vor allem dank des guten Herbstwetters. Allein im Monat September fuhren 75000 Menschen mehr Schiff als noch 2015. «Es war in der Tat ein goldener Herbst für uns», gibt Dubach zu. Gruppenreisen, worauf die URh seit vergangenem Jahr gesetzt hat, sollen auch weiterhin vorangetrieben werden. «Wir sehen hier immer noch grosses Potenzial», sagt Geschäftsführer Remo Rey.

Rey ist eine der zwei ver­bleibenden Personen in der Geschäftsleitung. Sie wurde im Zuge der Sparmassnahmen von vier auf zwei Personen halbiert. Beim restlichen Personal wurde ebenfalls eingespart. Drei Personen am Geschäftssitz wurden entlassen, die einst ausgelagerte Buchhaltung wurde wieder zurückgenommen. «Es war emotional ein strenges Jahr für uns alle», sagt Rey. Weitere Entlassungen soll es jedoch nicht geben, versichert er. «Wir stehen nun auf guten Beinen und schauen positiv in die Zukunft.» Dass die Passagiere etwas von den Einsparungen mitbekommen, verneint Rey ebenfalls. «Die Qualität leidet nicht.»

Am Karfreitag sticht die URh-Flotte 2017 in See. Dieses Jahr zum ersten Mal mit neun Saisonnier-Matrosen. «Wir sind bereit» sagt Verwaltungsratspräsident Dubach. Er habe eben noch den Wasserstand kontrolliert – 13 Zentimeter über dem Mindestwasserstand sei er. «Es kann losgehen.»


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