Gemeinsam alt werden im Dorf

Matzingen, Pfyn, Stettfurt und Warth-Weiningen spannen bei Altersfragen zusammen. Sie nehmen am Projekt «Umsorgt älter werden in der Regio Frauenfeld» teil. Vorbild ist das Alterskonzept der Stadt Frauenfeld.
22. Oktober 2015, 02:36
STEFAN HILZINGER

Der Anteil älterer Menschen an der Bevölkerung nimmt ständig zu. Nun suchen vier Gemeinden der Regionalplanungsgruppe Regio Frauenfeld gemeinsam nach Antworten auf den demographischen Wandel, der sich in den nächsten Jahren noch verstärken wird. Matzingen, Pfyn, Stettfurt und Warth-Weiningen nehmen als Pilotgemeinden am Projekt «Umsorgt älter werden in der Regio Frauenfeld» teil, wie die Regionalplanungsgruppe mitteilt.

«Das Projekt hat unter anderem zum Ziel, die Bevölkerung für alterspolitische Fragen und den demographischen Wandel zu sensibilisieren», sagt Regio-Geschäftsführerin Brigitte Fürer. Gewissermassen als Vorbild und Inspirationsquelle für die anstehende Projektarbeit der vier Gemeinden steht das Alterskonzept der Stadt Frauenfeld aus dem Jahr 2013. «Frauenfeld hat hier im Kanton Pionierarbeit geleistet, davon sollen nun die Regio-Gemeinden der Region profitieren», sagt Fürer.

Stiftung als Partner

«Umsorgt älter werden» ist eines von total zehn Projekten in der Deutschschweiz des Programmes «Socius» der Age-Stiftung in Zürich (siehe Kasten). «Wir haben unser Vorhaben Anfang Jahr bei der Stiftung eingereicht und sind dann ausgewählt worden», sagt Fürer. Die Stiftung unterstützt das Regio-Altersprojekt finanziell, aber auch mit Wissenstransfer und Vernetzung mit den anderen neun Projekten.

Eine Diskussion als Auftakt

Im ersten Vierteljahr 2016 finden in den vier Gemeinden sogenannte Zukunftskonferenzen statt. Die Verantwortlichen der Gemeinden stellen sich dabei die Frage, wo sie in Sachen Alterspolitik stehen und wo sie diesbezüglich hinwollen. «In den Gemeinden laufen derzeit die organisatorischen Vorarbeiten dazu», sagt Fürer. Bis zu den nächsten Sommerferien sollten erste Ergebnisse vorliegen.

«Wir versprechen uns Unterstützung für den Entwurf eines Alterskonzepts», sagt Thomas Gamper, Gemeindepräsident von Stettfurt. Es gebe in der Gemeinde zwar einzelne Ansatzpunkte für eine Alterspolitik, aber noch kein vollständiges Konzept. «Es gibt in Stettfurt einen Seniorenrat, den wir für das Projekt gerne ins Boot holen wollen.»

Wohnen als eines der Themen

«Die Ergebnisse der Zukunfskonferenzen bleiben völlig offen», sagt Fürer über die zu erwartenden inhaltlichen Schwerpunkte einer kommunalen Alterspolitik. «Ein Ziel der Gemeinden ist es aber sicherlich, dass die Menschen möglichst lange im Dorf leben können.» Das sieht auch Thomas Gamper so: «Wir sind ein klassisches Einfamilienhaus-Dorf. Für uns stellt sich etwa die Frage, wo die Menschen hingehen, wenn sie ihr Häuschen einmal altershalber verkauft haben.» Ein weiteres offenes Feld ist das Thema Freiwilligenarbeit, von der einiges abhängt, damit ältere Mitmenschen möglichst lange in den eigenen vier Wänden bleiben können. «Hier gilt es, pro Gemeinde herauszufinden, was künftig not tut», sagt Fürer.


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