Der Spaten für die Moschee sticht bald

FRAUENFELD ⋅ Die Stadt hat der Islamischen Gemeinschaft die Baubewilligung für ihr Vereins- und Kulturzentrum nach fünf Jahren erneut erteilt. Der Grundstein für den rund 1,6 Millionen teuren Bau neben der Zuckerfabrik soll im Dezember gelegt werden.
20. Oktober 2016, 10:38
Samuel Koch

FRAUENFELD. Die Ampel für die Islamische Gemeinschaft Frauenfeld steht auf grün. Noch üben deren rund 260 Mitglieder in eingemieteten Räumlichkeiten an der Gewerbestrasse 6 ihren Glauben aus. Mit dem geplanten Bau vis-à-vis der Gewerbestrasse 3 – direkt östlich der Zuckerfabrik – erhält die Gemeinschaft ein eigenes Vereins- und Kulturzentrum mit Kuppeldach, das rund 300 Personen Platz bietet. Auf insgesamt drei Etagen sollen geschlechtergetrennte Gebetsräume, mehrere Cafeterias sowie Büroräume, WC-Anlagen und ein Raum für die Kinderlehre entstehen.

«Wir freuen uns sehr», sagt Xhelil Ramadani, Präsident der Islamischen Gemeinschaft. Erst am vergangenen Sonntag hätten sich die Mitglieder zu einem kleinen Fest getroffen. «Die Sehnsucht nach eigenen Räumlichkeiten war gross», ergänzt Ramadani. Dies vor allem auch deshalb, weil der Verein nach 2009 und 2011 bereits den dritten Anlauf für den Bau einer Moschee nimmt. Vor sieben Jahren wehrten sich Anwohner erfolgreich gegen einen Bau an der Schaffhauserstrasse, woraufhin der Verein an die Gewerbestrasse zog. Zwei Jahre später dann überlupfte er sich, weil er die Kosten für die damals schon bewilligte Moschee nicht tragen konnte. Heuer sind laut Andreas Bühlmann von der städtischen Abteilung für Bauberatung und Baubewilligungen gar keine Einsprachen eingegangen. «Dieses Jahr soll sowieso alles anders werden», sagt Ramadani zuversichtlich. Zwar seien die rund 1,6 Millionen Franken noch nicht ganz gesichert, «weshalb wir weiter starke Firmen suchen, die uns bei der Umsetzung helfen». Viele hätten der Gemeinschaft ihre Dienstleistungen aber schon zugesichert, «nur noch für den Rohbau fehlt uns ein guter Partner». Deshalb sei noch offen, wann die Bagger genau auffahren werden.

Klar ist für Ramadani hingegen, dass am 10. Dezember eine grosse Feier über die Bühne gehen wird. «Wo wissen wir noch nicht sicher», sagt er. Ende Oktober werde er sich mit Stadtpräsident Anders Stokholm treffen. «Wir möchten den Spatenstich mit allen feiern», sagt Ramadani. Und wenn es nach ihm geht, kann die Islamische Gemeinschaft bereits Ende 2017 umziehen.


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