Tagblatt Online, 08. Juni 2012 07:54:00
Volksschulgemeinde erhält weniger Kantonsbeiträge
BISCHOFSZELL. 300'000 Franken tiefer als budgetiert fielen die Beiträge des Kantons aus. Dennoch schliesst die Rechnung der Volksschulgemeinde Bischofszell mit einem Überschuss. Dies vor allem dank höheren Grundstückgewinnsteuern.
ANDREA KERN
«Die Rechnung 2011 schliesst erfreulich», sagt Felix Züst, Präsident der Volksschulgemeinde Bischofszell. «Wir haben mit einem Defizit gerechnet und sind nun im positiven Bereich.» Bei einem Aufwand von 21,2 Mio. und einem Ertrag von 21,5 Mio. Franken resultiert ein Gewinn von 282 064 Franken. Dies ist eine Besserstellung um 369 000 Franken. Noch erstaunlicher sei das Ergebnis, wenn man sich die Kantonsbeiträge ansehe, die nebst den Steuern für die Finanzierung der Schule massgebend seien. Sie sind aus verschiedenen Gründen geringer ausgefallen.
Sonderpädagogik gekürzt
Keinen Zuschlag erhielt die Volksschulgemeinde für die geringere Anzahl Kinder, die im Mehrklassensystem unterrichtet werden. Dafür budgetierte die Volksschulgemeinde 30 000 Franken. Zudem gingen wie in den vergangenen Jahren die Schülerzahlen zurück, was sich mit einem um 80 000 Franken geringeren Betrag ebenfalls auswirkt. «Der grösste Brocken betrifft die Kürzung des Zuschlags für sonderpädagogische Massnahmen», sagt Felix Züst. Für Angebote wie Logopädie, Psychomotorik und Deutsch als Zweitsprache erhielt die Volksschulgemeinde 230 000 Franken weniger als angenommen. «In diesem Bereich ist die Budgetierung schwierig, da der Kanton die Beiträge erst Ende Jahr ermittelt», sagt Schulpfleger Elmar Juchli. Hingegen gab es wegen der leicht gesunkenen Steuerkraft 40 000 Franken mehr als budgetiert.
Mehr Grundstücke verkauft
Erfreut zeigt sich Felix Züst von den Grundstückgewinnsteuern, die den kleineren Kantonsbeitrag fast ausgeglichen haben. Sie fielen mit 500 000 Franken doppelt so hoch aus als angenommen. «Es ist schwierig abzuschätzen, wie viel Liegenschaften verkauft werden.»
Der Gewinn soll dem Eigenkapital zugewiesen werden, das sich damit auf 6,5 Mio. Franken erhöht. Dieser Vorschlag hat mit dem neuen Beitragsgesetz zu tun, erklärt Züst. «Es gibt künftig keinen Zustupf mehr, wenn man baut. Darum sollten Bauvorhaben in die Finanzplanung eingebracht werden.»
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