Tagblatt Online, 30. Juni 2012 11:13:00
SVP portiert Erich Schildknecht
Erich Schildknecht soll den Sitz der SVP im Stadtrat Bischofszell verteidigen. (Bild: Georg Stelzner)
BISCHOFSZELL. Erich Schildknecht soll die Nachfolge Bruno Schwyters im Stadtrat Bischofszell antreten. Die SVP nominierte den 43jährigen Landwirt an einer Mitgliederversammlung einstimmig. Die Ersatzwahl findet am 23. September statt.
GEORG STELZNER
«Ich musste mir die Kandidatur lange überlegen», räumte Erich Schildknecht während seiner persönlichen Vorstellung an der Parteiversammlung am Donnerstagabend ein. Eine entscheidende Frage sei gewesen, ob er als Landwirt die nötige Zeit würde aufbringen können, um das Amt gewissenhaft und seriös auszuüben. Schildknecht verriet den Parteimitgliedern, was ihn dann doch dazu bewogen hatte, sich für diese Funktion zur Verfügung zu stellen: «Wer einem Gremium angehört, hat die Möglichkeit, Einfluss zu nehmen.»
In Bischofszell aufgewachsen
Erich Schildknecht wurde am 25. April 1969 geboren. Er wuchs in Bischofszell auf dem elterlichen Bauernhof auf. Im Hinblick auf die Betriebsübernahme absolvierte er eine landwirtschaftliche Lehre und war anschliessend während eineinhalb Jahren als Betriebshelfer tätig. Nachdem er sich an einer Handels- und Verwaltungsschule weitergebildet hatte, bekleidete er von 1990 bis 1997 verschiedene Positionen in einer Baumschule in Neukirch-Egnach. Im Jahr 1999 trat er die Nachfolge seines Vaters auf dem Hof im Thurfeld an.
Schildknecht ist seit 1994 verheiratet und Vater von drei Kindern. Er ist Präsident des Obstbaurings Bischofszell und gehört dem Vorstand des Landwirtschaftlichen Vereins und der SVP-Ortspartei an. Zudem engagiert er sich in der Betriebsleitergruppe Obstbau. Seine Hobbies sind Jassen sowie Velo- und Skifahren.
Keine Verweigerungshaltung
Daniel Sommer, Präsident der SVP Bischofszell und Umgebung, erklärte an der Nominationsversammlung, dass sich der Vorstand viele Gedanken darüber gemacht habe, wie sich die Partei künftig in die kommunale Politik einbringen soll. Man sei dabei zur Überzeugung gelangt, dass ein Abseitsstehen falsch wäre. Vielmehr müsse die SVP an der Gestaltung Bischofszells aktiv mitarbeiten und die Ersatzwahl mit einem Spitzenkandidaten bestreiten.
Der Ortsparteipräsident gab Auskunft über das Anforderungsprofil. Man habe jemanden gesucht, der in Bischofszell verwurzelt ist, die ländlichen Gemeindeteile glaubwürdig vertritt, über berufliche Erfahrung verfügt, in der Region vernetzt ist und das Format hat, um im Stadtrat eine eigene Meinung zu vertreten und diese nach Möglichkeit auch durchzusetzen. Sommer liess keinen Zweifel daran, dass Erich Schildknecht über diese Eigenschaften und Fähigkeiten verfügt.
Aussendörfer vertreten
Der einstimmig nominierte Kandidat betonte die Notwendigkeit einer angemessenen Vertretung der ländlich geprägten Teile der Gemeinde. Aufgrund seines Berufes und seiner sonstigen Funktionen traut sich Schildknecht zu, auch die Interessen von Halden und Schweizersholz in der Exekutive gut zu vertreten. Er möchte sich dafür einsetzen, dass die beiden Dörfer von der Fusion mit der Stadt Bischofszell mehr profitieren. Generell wolle er durch seine Behördenarbeit zu einem guten Umfeld für die ganze Gemeinde beitragen, führte Schildknecht aus.
Der SVP-Kandidat liess seine Präferenz für den Bereich Landwirtschaft erkennen. Er kann sich aber auch vorstellen, Schwyters Ressort (Kultur, Sport, Marktwesen) zu übernehmen oder sich in ein anderes einzuarbeiten.
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