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Tagblatt Online, 10. August 2012 01:34:00

Hauptwil feiert 600. Geburtstag

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Vor den ehemaligen Arbeiterwohnungen an der Dorfstrasse: OK-Präsident Walter Luginbühl und OK-Mitglied Urs Frauenknecht. (Bild: Andrea Kern)

Im Jahre 1413 wurde Hauptwil erstmals urkundlich erwähnt. Aus diesem Anlass findet im kommenden Mai ein dreitägiges Fest statt. Nebst Klassentreffen gibt es geschichtliche Rundgänge mit Informationen über das frühere Textildorf.

ANDREA KERN

HAUPTWIL. «In Hauptwil befinden sich drei Schlösser. Nur schon dies zeigt die historische Bedeutung des Ortes», sagt Walter Luginbühl. Der ehemalige Gemeindeammann blickt vom Bahnhof auf das Dorf hinunter. Noch spezieller seien die alten Gebäude in der Ortsmitte. «Wenn man sich die Strassen, die Schilder und die Schule wegdenkt, sieht es aus wie vor 300 Jahren.» Vor allem für den Erhalt der Wohn- und Gewerbebauten hat Hauptwil 1999 den Wakker-Preis erhalten. Nun gibt es wieder einen Grund zum Feiern: Im Jahr 1413 wurde das Dorf erstmals urkundlich erwähnt. Die Gemeinde hat ein Organisationskomitee für die Vorbereitung der Feierlichkeiten im kommenden Jahr beauftragt.

Führungen für Schüler

Walter Luginbühl, der in Hauptwil aufgewachsen ist, hat das Präsidium übernommen. Der ehemalige Gemeindeschreiber Urs Frauenknecht ist für das Administrative zuständig. Weiter gehören dem OK Gemeindeammann Matthias Gehring (Finanzen), Elsbeth Freitag (Verbindung Vereine/Schule) und Hans Maag (Festwirtschaft) an. Auch Schulleiterin Brigitte Fäh unterstützt das Team, denn zum Auftakt des Festwochenendes findet am Freitag der «Tag für die Schule» statt.

Die Schüler können Gebäude besichtigen, die für die Öffentlichkeit normalerweise nicht zugänglich sind. Darunter voraussichtlich das Schloss mit dem Türmli, das Kaufhaus, das ehemalige Wohn- und Arbeitshaus Spittel sowie der Langbau an der Dorfstrasse, wo die Gebrüder Gonzenbach in den 1660er-Jahren Wohnungen für die Arbeiter ihrer Leinwandmanufaktur errichteten. Es ist vermutlich das älteste Arbeiterwohnhaus dieser Art in der Schweiz. «Wir möchten der jüngeren Generation zeigen, wie eine Arbeiterwohnung ausgesehen hat», erklärt Luginbühl. Es gibt noch einige mit der ursprünglichen Einteilung. «Eine Wohnung hatte vier Zimmer, das WC war im Treppenhaus.» Nachmittags sollen auch Erwachsene ausgewählte Gebäude besichtigen können.

Auch für Alteingesessene

Tags darauf gibt es weitere Rundgänge, die aber nicht mehr in die Häuser selber führen. Sie richten sich an Neuzuzüger sowie an Alteingesessene und jüngere Einwohner. «1983 schloss der letzte Industriebetrieb. Es gibt Hauptwiler, die keine Ahnung haben, wie es früher ausgesehen hat», sagt Luginbühl. Er findet, dass der Mensch seine Wurzeln kennen muss. Zur Vorbereitung des Festes diente auch das im vergangenen Jahr erschienene Buch von Ernest Menolfi über die Geschichte Hauptwils. Nun wissen Walter Luginbühl und Urs Frauenknecht noch mehr über ihr Dorf. Auf dem Rundgang grüssen sie Bewohner und erzählen immer wieder etwas zur Geschichte – gleichzeitig betont Luginbühl: «Wir feiern zwar 600 Jahre Hauptwil. Aber auch Gottshauser sind beim Fest ausdrücklich willkommen.»




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