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Tagblatt Online, 18. August 2012 01:33:00

Der Platz der heiligen Regula

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Die Feuerstelle mit Grillrost befindet sich direkt am Wasser.

In Riedt bei Erlen gibt es einen geschichtsträchtigen Picknickplatz. Einst hatte die heilige Regula an dieser Quelle ihre wunden Füsse geheilt. Später war das Bädli eine Badeanstalt von regionaler Bedeutung, samt Hotel und Theaterbühne.

MAYA MUSSILIER

RIEDT. Ein Grillplausch führt das Redaktionsteam aus Arbon zum Bädliweiher in Riedt. Zu sechst wollen wir die Picknicktauglichkeit des Platzes testen. Das Datum ist gefunden, und das Wetter zeigt sich von seiner freundlichsten Seite. Die Voraussetzungen sind also bestens. Während die Kollegen noch ihrer Arbeit nachgehen, gilt es, den Platz für den Mittagsschmaus vorzubereiten. Schnell ist die Kiste mit dem Holz ausgeladen und beim nur wenige Schritte vom Parkplatz entfernten Grill plaziert. Zwei Tische mit Bänken stehen für Besucher auf dem gepflegten Kiesplatz bereit. Ein weiterer Tisch bietet sich geradezu an, Salatschüsseln, Brot und Getränke zu einem Buffet aufzubauen.

Idyllische Naturoase

Das Feuer ist angezündet, und jetzt bleibt genügend Zeit, sich auf dem Platz umzusehen. Der Weiher bietet eine einmalige Kulisse. Dahinter sind die Gleise der Bahnstrecke und weidende Kühe zu sehen. Ein Milan dreht hoch oben seine Runden. Auf dem Weiher ist eine Taucherli-Familie unterwegs. Am Schilfgürtel gibt es Libellen zu sehen. Die Idylle wird nur kurzfristig von einem vorbeiratternden Güterzug gestört. Ein Mann mit Kamera hält verschiedene Motive des Bädli-Areals fest. Insbesondere interessieren ihn Fotos von den vorbeirauschenden Zügen, die sich im Wasser spiegeln. Der aus dem bernischen Burgdorf stammende Gast ist Bahnfotograf.

Ferien bei der Tante

Vor 55 Jahren habe er bei seiner Tante in Riedt Ferien gemacht, erzählt der Berner. Jetzt habe er eine geschenkte Tageskarte genutzt, um hier einige Bilder zu schiessen und zu sehen, ob das Haus seiner Tante noch steht. Davon, dass es einst im Bädli eine richtige Badeanstalt gegeben hat, weiss er nichts. Er sei mit seiner Tante jeweils in Amriswil baden gegangen, erzählt er. Den Bädliweiher hatte er unlängst bei einer Bahnfahrt Richtung Romanshorn gesichtet und sich gedacht, dass dieser Ort ein schönes Fotosujet abgeben könnte.

Grillieren mit Tricks

Schnell ist die Zeit verflogen. Bald treffen die Redaktionskolleginnen und -kollegen ein. Die Glut ist für das Grillgut bereit, und mit wenigen Handgriffen ist der Tisch gerichtet. Die Pouletspiessli brutzeln in der Schale, die auf dem grosszügigen runden Rost des schwenkbaren Grills liegt. Erst beim Kehren des Grillgutes zeigt sich, dass der Grill auch seine kleinen Tücken hat. Weil er an Drahtseilen hängt, dreht er sich weg, wenn wir die Spiessli wenden wollen. Doch zu zweit haben wir schnell eine Lösung: Mit einem Ast wird die Grillfläche festgehalten, während die zweite Person das Grillgut wendet.

Schattenplatz ist rar

Das gemeinsame Picknick macht allen grossen Spass. Nach dem Essen aber ziehen es alle vor, sich in die Wiese neben den Tischen zu setzen. Dort, wo es etwas Schatten gibt. Die Tische stehen um die Mittagszeit nämlich in der prallen Sonne. Viel zu schnell ist die Zeit beim gemeinsamen Essen und Plaudern verstrichen. Schon müssen die Kolleginnen und Kollegen wieder aufbrechen, um ihr Tagwerk zu vollenden. Das Picknick an diesem idyllischen Ort bleibt uns allen in guter Erinnerung, und eine Zweitauflage ist für uns nicht ausgeschlossen.





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