Tagblatt Online, 06. Oktober 2008 01:05:41
Hühner, Kälber und Hunde – ein Gottesdienst mal etwas anders
Pfarrer Baumgartner gibt einer Henne seinen Segen.
Eingeladen hatte Pfarrer Christoph Baumgartner Meerschweinchen, Hamster, Hasen, Katzen, Hunde und alles, was der Mensch sonst noch so bei sich im und ums Haus hält. Gekommen sind zum Haustier-Gottesdienst in Degenau dann vor allem Hunde mit ihren Herrchen.
katja Fitze
Degenau. Nachts sagen sich hier die Füchse und Hasen «Gute Nacht», und am Tag muhen höchstens die Kühe und rattert der Traktor vom Bauer Christian Hinder. Die Kapelle Degenau liegt in ganz idyllischer Landschaft, umgeben von Hinders Hof, Wiesen und Feldern und sonst nichts. Idealer Standort also für die etwas ausgefallene Idee von Pfarrer Christoph Baumgartner. Er wollte zum Gedenktag des heiligen Franz von Assisi, der noch heute als Schutzpatron der Tiere verehrt wird, einen Gottesdienst mit Haustieren machen.
In Gedenken an Franz von Assisi
So lud Pater Baumgartner alle Tierfreunde zusammen mit ihren Hunden, Katzen, Meerschweinchen, Hamstern, Hasen und sonstigen Tieren ein, am gestrigen Sonntag einem doch etwas ungewöhnlichen Gottesdienst beizuwohnen. Die Kapelle Degenau als Standort schien ihm vor allem bei schönem Wetter ideal. Und Petrus meinte es dann auch sehr gut mit den Tierliebhabern und ihren Vier- oder auch Zweibeinern. Die Sonne strahlte vom blauen Himmel, und die Kulisse mit der alten steinernen Kapelle im Hintergrund hatte schon fast etwas von einer kitschigen Postkarte. So versammelten sich rund 40 Personen, um gemeinsam mit ihren felligen oder sogar gefiederten Lieblingen am sonntäglichen Gottesdienst teilzunehmen im Gedenken an den heiligen Franz von Assisi.
«Gute Idee»
Eigens aus Balgach angereist ist André Dengg. Der Hundeliebhaber brachte seinen Hund «Mr. Blue» mit. «Ich finde es eine ganz grossartige Idee, mal einen solchen Gottesdienst durchzuführen», so Dengg. Wind davon bekommen hat er durch seinen Bruder, der es aus der Zeitung erfahren hat und ebenfalls mit seinem vierpfotigen Freund anreiste. «Ich hab von so etwas noch nie vorher gehört, ich bin in jedem Fall schon ganz gespannt», so Dengg. Auch in der Zeitung gelesen hat Beatrice Zwicker aus Freidorf von diesem speziellen Gottesdienst und kam so mit ihrem Hund vorbei. Mit doch etwas ungewöhnlicheren Haustieren im Gepäck reiste die Familie Meyer aus Sitterdorf an. Einen Käfig mit Hühnern brachte sie mit. Doch keine gewöhnlichen Hühner, die einem bloss das Ei für das Spiegelei zum Sonntagsbrunch liefern würden. Nein – diese Hühner seien dressiert, lässt Margrith Meyer lachend verlauten.
Mit der Henne spazierengehen
Und stolz erzählen ihre drei Sprösslinge, wie sie jeden Morgen kurz vor der Schule mit den Hennen Lora, Mira, Alina und Shirkan dem Hahn spielen würden oder spazierengingen. Denn wie andere mit ihrem Hund am Morgen kurz eine Runde ums Quartier drehen, gehen Simona, Raphael und Christian Meyer mit ihren Hühnern spazieren. So waren die drei mit ihren speziellen Haustieren eine kleine Attraktion am Gottesdienst, wo gar der Pfarrer es sich nicht nehmen liess, mal so ein kleines Federvieh auf den Arm zu nehmen.
- Artikel empfehlen:






Zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden.
Kommentar schreiben