Tagblatt Online, 08. September 2010 01:03:47
Steinach startet Spitex-Alleingang
Gemeinderätin Madeleine Grüninger spricht überzeugt für die Spitex Steinach. (Bild: Bild: Fritz Heinze)
STEINACH. Mit der Information am Montagabend über die künftige Spitex Steinach fiel der Startschuss für den Beginn Anfang 2011. Steinach nabelt sich von der Arboner Organisation ab und geht den Alleingang. Neun Frauen zeigten Interesse am Projekt – ein Erfolg für die Initiantin.
Fritz Heinze
Mit gemischten Gefühlen blickte Gemeinderätin Madeleine Grüninger dem Informationsabend entgegen. Nachdem alle finanziellen und organisatorischen Aspekte geregelt sind, sollte diese Veranstaltung den Beweis erbringen, dass an der Altershilfe auch in der Bevölkerung ein Interesse vorhanden ist. Neun Frauen waren an der Veranstaltung zugegen.
Die Zahl der Anwesenden war für die Gemeinderätin eine Bestätigung, dass es in Steinach Frauen gibt, die an ihrem Wohnort diese Arbeit verrichten wollen. «Ich spüre ein echtes Interesse an der Mitarbeit in unserer Spitex. Ich denke es sind die richtigen Frauen hier gewesen und ich kenne schon einige Frauen, die sich auch dafür interessieren», erklärt Madeleine Grüninger im Anschluss an die Veranstaltung erfreut.
Die Referentinnen Verena Schnetzer, Einsatzleiterin bei der Pro Senectute Rorschach, und Dorothee Bützberger, Bereichsleiterin, berichteten über die Arbeit bei Pro Senectute und die künftigen Einsätze in Steinach.
Noch keine Einheimischen
Am 1. Januar wird die Spitex Steinach ihre Arbeit aufnehmen. Dies voraussichtlich allerdings noch ohne Personal aus dem Ort. «Administrative Gründe haben die Rekrutierung des Personals verzögert» erklärt Madeleine Grüninger.
Deshalb werde man zum Jahresbeginn noch mit Pflegehelferinnen vom Pflegeheim Helios Goldach und mit Haushilfen der Pro Senectute Rorschach arbeiten. Man werte nun die Ergebnisse des Infoabends aus.
Anforderungen und Aufgaben
Die Referentinnen aus Rorschach zeigten den Zuhörerinnen die Aufgabengebiete auf, die Pflichten der Arbeiten als Haushelferin oder Pflegehelferin und auch die Voraussetzungen für die Ausführung dieser Arbeiten.
Ein Thema war die Ausbildung als Haushilfe, es ist der Basiskurs von Pro Senectute erforderlich, oder als Pflegehelferin SRK, in diesem Fall benötigen die Frauen die Absolvierung des Rotkreuz-Kurses. 1000 Franken der Gesamtkosten von 2100 Franken übernimmt die Gemeinde Steinach.
Finanziell gesichert
Gemeinderätin Madeleine Grüninger ist nach wie vor von den Vorteilen des «Tübacher Modells», für das sich der Steinacher Gemeinderat vor bald einem Jahr entschieden hatte, überzeugt.
Dies umso mehr, als die Sicherung des Qualitätsstandards vom Pflegeheim Helios in Goldach überwacht wird und die Spitex-Dienste ebenfalls aus Goldach bezogen werden. Die Grundpflege hingegen deckt Pro Senectute Rorschach ab.
Auch die finanzielle Seite scheint zu überzeugen. Für Karl Eugster, Hausleiter des Pflegeheims Helios in Goldach, liegt das Sparpotenzial des Tübacher-Modells ausschliesslich in der Verwaltung.
«Das Tübacher-Modell an sich ist nicht kostengünstiger, denn die finanziellen Belastungen für die Leistungen sind gleich hoch», sagt er. Er betont hingegen, dass es die Nutzung des Verwaltungsapparates von Helios mit sich bringe, dass kostengünstiger gearbeitet werden könne. Er weist allerdings darauf hin, dass ein Vergleich zwischen dem Konzept der Spitex Arbon und dem Tübacher Modell nicht möglich sei, da diese beiden zu unterschiedlich seien.
Im grünen Bereich
Im Mittelpunkt stehen nun die in Steinach wohnenden Frauen, die sich für eine Mitarbeit bei der Steinacher Spitex als Haushilfe oder Pflegehelferin entscheiden können. Madeleine Grüninger erachtet es als wichtig, dass Steinacher Frauen Gelegenheit geboten wird, an ihrem Wohnort diese Dienste zu leisten. Nach dem Informationsabend stehen die Zeichen gut.
Den Aussagen einiger Zuhörerinnen nach zu beurteilen, scheint nicht der Vortrag der Pro-Senectute-Leitung für ihren Entscheid ausschlaggebend zu sein. Für Karin Studerus ist der Entscheid schon fast gefasst, bei der Spitex mitzuarbeiten und Gaby Sigrist, schon heute im Pflegebereich tätig, möchte in ihrer Wohngemeinde einer vergleichbaren Arbeit nachgehen und hat den Rotkreuz-Kurs bereits absolviert. Es sind Aussagen, die antönen, dass sich das Projekt im grünen Bereich bewegt.
Interessentinnen wenden sich an die Pro Senectute Rorschach, Reitbahnstrasse 2, 9401 Rorschach.
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