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Tagblatt Online, 05. Juli 2010 01:01:22

«Zukunft des Dorfs mitgestalten»

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Darum geht es: Gemeindeammann Thomas Fehr vor den Raduner-Areal. (Bild: Bild: Sebastian Keller)

Der Gemeindeammann von Horn, Thomas Fehr, spricht vor der Abstimmung zur Revision Ortsplanung über die Chancen und Perspektiven für die Gemeinde. Er nimmt aber auch zu kritischen Vorwürfen Stellung.

Herr Fehr, die Abstimmung zum Teilzonenplan Horn ist am Dienstag. Sind Sie nervös?

Thomas Fehr: Klar bin ich nervös. Denn es wird knapp werden.

Wieso denken Sie, dass es knapp wird?

Fehr: Es könnte sein, dass die Vision, die der Gemeinderat mit Revision der Ortsplanung verbindet, nicht von allen richtig verstanden und akzeptiert wird.

Wie sieht denn diese Vision aus?

Fehr: Es wäre ein neuer Abschnitt für Horn. Einer, in dem Wohnraum und Arbeitsplätze geschaffen würden. Und es ist an der Zeit, das verseuchte Raduner-Areal aufzuräumen. Kurz gesagt: Wir setzen belastetes Industrieland ein und bekommen Wohn- und Arbeitsraum. In diesem westlichen Teil von Horn, kann die Zukunft des Dorfes gestaltet werden.

Wieso gibt es dennoch kritische Stimmen?

Fehr: Vielleicht ist die Dimension einigen Bürgerinnen und Bürgern zu gross. Aber der Gemeinderat führt den Auftrag aus, den er vor zwei Jahren an der Gemeindeversammlung erhalten hat: Eine Gesamtschau über Horn. Ein isoliertes Handeln an diesem Fleck und an jenem ist nicht möglich.

Wieso nicht?

Fehr: Weil alles zusammenhängt, und so die Gemeinde mitgestalten kann. Zudem sind jetzt alle betroffenen Grundeigentümer einer Meinung.

Ob das nach einem Nein je wieder der Fall sein wird, bezweifle ich.

Wie sieht es mit Einsprachen aus?

Fehr: Wir hatten zwei begründete Einsprachen. Mit beiden konnten wir uns einigen. Sie haben ihre Einsprachen nun definitiv zurückgezogen.

Einige Einwohnerinnen und Einwohner bemängeln, dass Horn mit der Annahme der revidierten Ortsplanung zu einem gesichtslosen Dorf verkommt.

Fehr: Das ist tatsächlich ein vieldiskutierter Punkt. Aber das wollen wir mit einer Planungskommission verhindern.

Und, nur nebenbei bemerkt: Kommt es zu einer Ablehnung, wird das Unilever-Grundstück, das heute noch schön grün ist, höchstwahrscheinlich verkauft, und es könnte ein gesichtsloser Industriebau auf dem Areal gebaut werden.

Sie haben die Planungskommission erwähnt. Was ist deren Aufgabe?

Fehr: Die Planungskommission bestimmt in Absprache mit den Grundeigentümern die einzuladenden Architekten oder Planer für einen Wettbewerb.

Zudem legt sie die Eckwerte der Arealgestaltung für das Wettbewerbsprogramm fest und begleitet die Gestaltungs-Planarbeiten. Sie achtet also auf einen geregelten und verträglichen Ablauf.

Wer ist in der Planungskommission vertreten?

Fehr: Ein Vertreter des Gemeinderates, als unabhängiger Architekt Felix Sigrist, Ortsplaner Thomas Eigenmann sowie ein Sachverständiger Baureglement. Ausserdem je ein Vertreter der Parteien CVP, FDP und SVP. Diese sind durch die Parteien selber zu bestimmen.

Nochmals zu einem Kritikpunkt: Wieso wurde der Gestaltungsplan nicht gleichzeitig mit dem Teilzonenplan öffentlich aufgelegt?

Fehr: Damit hätten wir mögliche Investoren, die Grundeigentümer wie auch die Gemeinde zu fest eingeengt. Zudem hätte man auf keine Zeitströmungen mehr eingehen können. Denn wer weiss genau, was in zehn Jahren sein wird. Diese Flexibilität empfinden wir als zentral. Gerade weil der Wachstum von Horn kontrolliert und etappiert vor sich gehen soll. Dafür wird ja auch die Planungskommission eingesetzt.

Und wie sieht es mit Grünflächen aus? Auch ein Punkt, der kritisiert wird.

Fehr: Da kann ich auf den Antrag zwei hinweisen, der zur Abstimmung kommt, wenn Antrag eins (Überarbeitung Zonenplanung) angenommen wird. In Antrag zwei schlägt der Gemeinderat der Versammlung vor, die Parzelle Nr. 576 zu kaufen. Das ist ein Teil des ehemaligen Sabo-Areals. Auf diesem Areal würde die Gemeinde eine Grünzone, beispielsweise einen Park, errichten. Der Kaufpreis erhielte die Gemeinde zudem zurückerstattet. Es ist vereinfacht gesagt ein Geschenk.

Was passiert als nächstes, wenn die Anträge angenommen werden?

Fehr: Dann gingen die Altlastensanierung und der Gestaltungsplan des Raduner-Areals ziemlich Hand in Hand.

Und was geschieht, wenn die Bürgerinnen und Bürger ablehnen?

Fehr: Dann bleibt alles beim alten, inklusive des heute hässlichen westlichen Dorfeingangs. Zudem verliert die Gemeinde ihren Einfluss bei der Gestaltung. Eine andere Alternative für die Gemeinde ist, dass sie das Unilever-Areal für mehr als drei Millionen selber erwirbt und zu einer Grünzone umgestaltet.

Was hoffen Sie?

Fehr: Ich hoffe auf ein Ja der Hornerinnen und Horner. Und vor allem darauf, dass viele kommen, und es eine klare Meinung der Gesamtgemeinde gibt.

Interview: Sebastian Keller





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