Tagblatt Online, 13. Februar 2009 01:03:24
Wenn Kantischüler Radio machen
Auf Sendung: Blick ins Radiostudio bei der Kanti. (Bild: Bild: Stephanie Martina)
Was Radio und Religion miteinander zu tun haben, zeigte sich im Rahmen einer Live-Sendung aus der Kantonsschule Romanshorn. Zu Gast im Kantiradio war der Romanshorner Hackbrettler Nicolas Senn.
stephanie martina
romanshorn. «Ich bin froh, dass sich die Schüler schliesslich doch dazu motivieren liessen, eine solche Radiosendung zu produzieren. Das ist eine gute Gemeinschaftsarbeit», freut sich Religionslehrer Harald Greve. Die Schüler seien zu Beginn nämlich eher misstrauisch gewesen. Erst nachdem zwei Mitarbeiter vom Radio Power-up in der Klasse das Medium vorgestellt hätten, habe das Eis gebrochen werden können.
Recht auf Meinungsäusserung
Ins Rollen kam alles im vergangenen Dezember, als die Schule vom Power-up-Radio kontaktiert wurde. Auf die Frage, wieso diese Radiosendung im Rahmen des Religionsunterrichts stattfinde, erklärt Harald Greve: «Da das Radiomobil ein Projekt der interreligiösen Stiftung Kinderdorf Pestalozzi ist, waren wir der Ansicht, dass es im Fach Religion gut untergebracht ist.» Daniel Dintheer vom Radio Power-up: «Jedes Kind hat das Recht, seine Meinung frei zu äussern. Das Radiomobil dient sozusagen als Sprachrohr der Kinder.» Beim Zusammenstellen des Radioprogramms sowie bei der Musikauswahl machte Harald Greve den Schülern keine Vorgaben. «Mittels Interviews, Nachrichten, Umfragen, einem Sportteil und unterschiedlichen Musikstilrichtungen haben wir versucht, das Programm abwechslungsreich zu gestalten.»
«Weit weniger bissige Fragen»
Vom Power-up-Radio wurde die Klasse gebeten, eine Persönlichkeit in die Sendung einzuladen. «Da Nicolas Senn erst im letzten Sommer an der Kanti seinen Abschluss gemacht hatte, lag die Idee nahe, mit ihm ein Live-Interview zu machen», erklärt Harald Greve. Nicolas Senn war einverstanden. Für ihn sind Radiointerviews nichts Neues. «Ich habe mir die Fragen vor dem Gespräch kurz angeschaut und muss gestehen: Ich bin froh, dass sie weit weniger bissig sind als jene, die mir manchmal erfahrene Journalisten stellen», lacht der Hackbrettler.
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