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Tagblatt Online, 10. Mai 2010 06:29:00

Volksfest für neuen Schlosshafen

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Banddurchschnitt: Reto Stäheli, Martin Klöti. (Bild: Bilder: Max Eichenberger)

ARBON. Die Schere für das obligate Banddurchschneiden brachten Fallschirmspringer aus der Luft, Sängerin Paloma Würth weihte den erweiterten Arboner Schlosshafen mit Apfelchampagner. Für Stadtammann Klöti bedeutet er einen weiteren Meilenstein. Zur Eröffnung gab es ein zweitägiges Volksfest.

max eichenberger

Für Martin Klöti ist der um 150 auf 385 Liegeplätze erweiterte Schlosshafen «ein Bravourstück – ein Meilenstein für die Stadtentwicklung». Mit ihrem Ja zum Projekt hat die Stimmbürgerschaft im November 2008 dafür den Weg geebnet.

Langer Planungsprozess

Doch der Wunsch ist viel älter, und es hat mehrerer Anläufe und eines langen Atems bedurft, erinnerte Stadtrat Reto Stäheli. 2004 ist der jüngste und schliesslich erfolgsträchtige Anstoss aus dem Parlament gekommen.

In einer Motion wurde der Stadtrat beauftragt, auf der Basis des abgelehnten Projektes von 1996 eine neue Vorlage zu erarbeiten. Gemäss kantonalem Richtplan hatte Arbon nämlich noch ein Kontingent zusätzlicher Plätze zugute. Nach einem Variantenstudium und dem Hürdenlauf durch die kantonalen Ämter und Stellen begann 2006 die Projektierung: «Es war ein langer Planungsprozess», so Stäheli, «ehe an einem trüben Tag endlich der Spatenstich vollzogen werden konnte.»

Grosser Erholungswert

Das Vorhaben kam auch deshalb auf die Reihe, weil die nötige Zahl Vorverträge hätte abgeschlossen werden können. Denn, so betonte Stäheli, mit dem Finanzierungsmodell habe Arbon den Hafen realisieren können «ohne grosse Belastung der Stadtkasse». Die Anlage, die 6,7 Millionen Franken kostete, biete einen grossen Erholungswert, auch für die Bevölkerung. Auf dem inzwischen von den Kieshaufen befreiten Hafendamm stieg denn auch ein veritables Volksfest. Die neue Anlage hebe die Standortqualität, freute sich der Stadtammann bei der Einweihung.

Sport und Freizeit seien dafür wichtige Faktoren, sieht er Arbon stark positioniert.

Nutzen, nicht nur tote Fläche

Ein grosser Teil der Aufträge für die von der Generalunternehmung Gautschi erstellte Anlage hätte beim regionalen Gewerbe plaziert werden können. Stellvertretend und mit Stolz strich Roland Gutjahr, dessen Firma die schwimmenden Teile produziert hat, die regionale Zusammenarbeit hervor: «Wir haben in der Region Unternehmen, die in der Top-Liga spielen.

» Die wichtigen weichen Standortfaktoren zeigten auch, dass der See nicht einfach tote Fläche ist, sondern auch Nutzen und ein Potenzial birgt.

Manche Klippen beim Bau

Die Bauzeit mit den einen oder anderen technischen Klippen, die es zu umschiffen galt, liess Christoph Gautschi noch einmal Revue passieren. Probleme bereitet habe zunächst die Abstimmung der Spundwand zu den Betonelementen. Bise, Schnee und Regen hätten die Bauarbeiten nicht eben begünstigt.

Laut Florian Rupper, Chef des Ingenieurbüros Wälli, sind Hafenbauten «keine 08/15-, sondern anspruchsvolle Projekte». Dank der zahlreichen «Schatten-Bauleiter» habe er immer umgehend gewusst, wenn etwas nicht ganz geklappt hat. Letztlich habe, stellte Klöti fest, das Projekt «termin- und kostengerecht» erstellt werden können.

Die Schere kam vom Himmel

Fallschirmspringer, die punktgenau auf einem Ponton landeten, brachten die Schere mit, womit Klöti und Stäheli das rote Band durchschnitten. Neptun, alias Pablo Erat, liessen die beiden Protagonisten darauf in einen mit Schlamm- und Algenwasser gefüllten Zuber tauchen. Neptun blieb nicht unbemerkt, dass Tropenholz verwendet worden war – was angenehmer als kalter Stahl sei, rechtfertigte sich Reto Stäheli im Bottich. Erat hofft, dass der Kran bald einmal nicht nur mit 4, sondern mit 10 Tonnen belastet werden kann.

Und der Hafenmeister künftig mehr Präsenz zeigen werde. Neptun-Gehilfin und Sängerin Paloma weihte den Hafen mit Apfelchampagner..





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