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Tagblatt Online, 26. Mai 2009 01:02:06

Friedliche Piraten im Wettstreit

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Zwischen Flaute und Sturm gab es an den Wettkampftagen alles. Die Segler hatten mit unterschiedlichen Bedingungen zu kämpfen. (Bild: Bild: Jürg Bollier)

Fast 80 Boote der Segelklasse Pirat kämpften in der Auffahrtswoche vor Arbon um den Titel des Europameisters. Das Schweizer Team rangierte als Zweitbestes unter den sieben teilnehmenden Nationen.

Otmar und Roman Elsener

arbon. Unter Seglern geniesst der Bodensee nicht den besten Ruf: Hier fehlt oft der Wind, tagelang warten die Wassersportler an Land auf einen Hauch, dann wieder fegen so starke Stürme über die Wellen, dass das Segeln verunmöglicht wird.

Zwischen Flaute und Sturm

Auch an der Europameisterschaft der Piraten – einer Zweimann-Jolle, die seit Mitte letzten Jahrhunderts hier heimisch ist – zeigte sich der See launisch: Kaum Wind an manchen Tagen, Sturm und Lauf um Lauf an einem anderen.

Dank der hervorragenden Wettfahrtleitung von Hans Fatzer und der straffen Organisation unter OK-Chef Karl Lenz des Yacht Clubs Arbon konnte die Meisterschaft erfolgreich unter Dach und Fach gebracht werden.

In sechs Rennen in drei Tagen, die das Können der Segler unter den unterschiedlichsten Wind- und Wetterbedingungen testeten, wurden die Gewinner ermittelt. Klar am besten schnitten dabei die Deutschen ab. Der Steuermann des Siegerbootes, Jörg Saeger, lobt die Organisatoren.

Er sei ohne grosse sportliche Erwartungen nach Arbon gekommen, zu oft habe er am Bodensee Flaute erlebt. Die Wettfahrtleiter hätten aber das Beste unter den gegebenen Bedingungen gemacht und eine faire Meisterschaft auf die Beine gestellt.

Zufrieden darf auch der Präsident der Schweizerischen Piratenvereinigung, Stefan Vögeli, sein: Erstmals gewann mit den Basler Brüdern Nicolas und Pascal Maire eine Schweizer Mannschaft einen EM-Lauf. «Das ist, als hätte man eine Etappe der Tour de France gewonnen», freute sich Steuermann Nicholas.

Mit dem 12. Gesamtrang sind die Brüder sehr zufrieden.

Eine Glanzleistung aus Schweizer Sicht bot ein Zweierteam aus der Region: Zum ersten Mal in der Geschichte der Piraten klassierte sich mit den Tübacher Segelmachern Stephan Fels und Timo Naef ein Schweizer Boot unter den ersten zehn; sie erreichten Platz sieben.

Messlatte höher setzen

Den Wettkampf vor Arbon haben die beiden jungen Wassersportler sehr genossen. «Diese Meisterschaft beinhaltete alles, was eine Regatta zu bieten hat – sowohl Leichtwind-Spezialisten wie Schwerwettersegler kamen auf ihre Rechnung», sagte Fels. Ziel der beiden war es, unter die ersten zehn zu segeln, für die nächste EM wird die Messlatte gar noch höher gesetzt: «Wir können uns immer noch um sechs Plätze verbessern», lachte Naef.

Der Schweizer Vertreter bei der Internationalen Piratenvereinigung, Stephan Merkli, dankte der Stadt Arbon. Nicht nur auf dem See, auch auf dem Land habe alles bestens geklappt. Die zahlreichen ausländischen Teilnehmer hätten einen höchst positiven Eindruck des Bodensee-Städtchens und der Region gewonnen. Auch der Leiter des Organisationskomitees, Karl Lenz, freute sich über die gute Stimmung am See, das korrekte Verhalten der Segler und die ausgezeichnete Zusammenarbeit mit der Stadt. Arbon profitiere von solchen Regatten, die Hotelgäste, Restaurant-Kunden und Konsumenten mit sich brächten.





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