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Tagblatt Online, 06. Oktober 2008 07:08:00

Das Wasserschloss Hagenwil für einmal in einem ganz besonderen Licht

Zoom

Im anderthalb Minutentakt liess der Lichtkünstler Gerry Hofstetter am Freitagabend das Wasserschloss während einer guten Stunde mit jeweils neuem Gesicht erscheinen. 250 bis 300 Zuschauer liessen sich von den Bildern verzaubern.

Hugo Berger

Gegen 20 Uhr finden sich immer mehr Zuschauer auf dem Parkplatz vor dem Wasserschloss ein. Die warmen Getränke und die heissen Suppen, die von der Festwirtschaft angeboten werden, finden bei den doch schon sehr herbstlich kühlen Temperaturen einen reissenden Absatz. Der Lichtkünstler Gerry Hofstetter hantiert währenddessen an einem grossen Projektor. Ein Generator liefert den Strom für den Scheinwerfer. Die heisse Suppe wird wie ferngesteuert ohne einen Blick auf den Teller zu werfen gelöffelt, denn alle Blicke sind auf das Schloss gerichtet.

«Das heisst Hagenwil»

Dann geht ein Raunen durch die Zuschauer; die erste Lichtprojektion hüllt das Wasserschloss in lauter weisse Schweizer Kreuze auf rotem Untergrund. Ein besonderer Reiz: das Bild spiegelt sich im Wasser. Im anderthalb Minutentakt lässt der Künstler das Schloss jeweils in anderem Licht erscheinen; mal ist es mit Sternen übersät, dann wieder legt sich ein bunter Schleier über das alte Gemäuer oder Buchstaben hängen wild durcheinander am Dach, an der Fassade und an einem Baum, der davor steht. «Das heisst Hagenwil», kombiniert ein Zuschauer ganz schnell.

Von Lichtzauber überrascht

Über den Lichtzauber freuten sich auch die Gäste einer Hochzeitsgesellschaft, welche im Schloss den Abend verbrachten. «Wir haben erst vor zwei Wochen von dem speziellen Anlass erfahren und haben unsere Gäste heute damit überrascht», erzählte das Brautpaar Susanne und Christoph Kälin aus Engelburg.

Ein besonderer Abend war es auch für den Schlossherrn Andreas Angehrn. «Ich sehe die Bilder heute auch zum erstenmal – sie gefallen mir ausserordentlich gut», freute er sich.

Weitere Events folgen

Roman Bottlang, der für die Werbung zuständig ist, sieht das Lichtspektakel als Auftakt zu einer Reihe Events, mit welchen man dem Schloss zu neuem Leben verhelfen wolle. Es soll aber nicht zu einem «Eventitis» werden, so Bootlang, sondern man wolle massvolle, dem Wasserschloss und der Region angepasste Anlässe durchführen, betonte er.

Von der Antarktis bis Hagenwil

Als Objekte sucht sich der Lichtkünstler Gerry Hofstetter aus dem zürcherischen Zumikon, meist bekannte Bauten, Monumente oder markante Landschaften aus. So diente als Leinwand für seine Lichtkunst-Projektionen zum Beispiel schon das Bundeshaus in Bern, das Kernkraftwerk in Gösgen, das Matterhorn oder aber auch schon weit ausserhalb der Schweiz liess Hofstetter mal einen Eisberg in der Antarktis in seinen Lichtbildern erstrahlen. Auf das Schloss Hagenwil wurde der Zürcher Künstler in einer Talkshow des TVO aufmerksam, an der er zu Gast war.

Kunst mit einer Botschaft

Die Lichtkunst-Projektionen des ehemaligen Bankangestellten und Helikopterpiloten Gerry Hofstetters appellieren aber nicht nur an das Ästhetik- und Sensationsgefühl des Publikums; sondern in den Lichtbildern verbergen sich oft auch mehr oder weniger deutliche Botschaften. So wollte er etwa durch die Beleuchtung eines Eisberges in der Antarktis auf die fortschreitende Erderwärmung aufmerksam machen.





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