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Tagblatt Online, 12. Dezember 2011 01:05:00

Korbballer plündern Klaussäcke

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Mit einem Lachen im Gesicht: Ein Pfyner Spieler klatscht die Ersatzbank ab. (Bild: Bilder: Gunhild Rübekeil)

Korbball hat beim STV Arbon eine lange Tradition. Zum 39. Mal hat er am Wochenende das Klauskorbballturnier ausgerichtet. 700 Spieler gingen aufs Parkett – und hatten viel Spass daneben. Ein Besuch in den Stacherholzhallen.

GUNHILD RÜBEKEIL

ARBON. Im Schwingkeller ist die Hölle los. Dicht gedrängt sitzen Spieler auf den Bänken, der Lärmpegel hat längst die Schmerzgrenze erreicht, Verständigung ist kaum noch möglich. In den Ecken lagern Klaussäcke, bis vor kurzem noch prall gefüllt mit Hochprozentigem und Knabbereien. Deren Reste, Erdnussschalen, leere Flachmänner übersäen mittlerweile den Boden des kleinen Raumes. Lisa Länzlinger kämpft sich mit einem grossen Plastiksack durch die Bankreihen und sammelt den gröbsten Abfall ein. «Mit dem Alkoholkonsum steigt die Stimmung», weiss die Helferin, die in einer von drei Schichten im Schwingkeller Getränke ausschenkt und Kuchen serviert.

Samariterinnen sind gefordert

Im Gegensatz zum Sonntag, wo die Elite antritt, steht für die Teilnehmer am Samstag der Spass im Vordergrund; Höhepunkt ist für viele die abendliche Feier im Seeparksaal. Auch der STV Neukirch-Egnach ist mit mehreren Mannschaften beim Turnier. Eines der Teams sitzt im Schwingkeller und stimmt bei einem Glas Wein ein übermütiges Lied an. «Wir schlagen aber nicht über die Stränge», erklären die Jungs unisono, «für uns steht das Sportliche im Vordergrund, und wir müssen heute nachmittag noch dreimal ran.»

Für Mitspieler Simon Waldburger ist jedoch schon früher Schluss. Mit blassem Gesicht humpelt er ins Samariterzimmer, in dem Anja und Angela Popp Erste Hilfe leisten. Anja ist Arzthelferin, ihre Cousine Krankenschwester, beide auch als Sportlerinnen im STV Arbon aktiv. Sie haben am Wochenende alle Hände voll zu tun. Waldburger zeigt seinen rechten Fuss, den eine tennisballgrosse Beule ziert. Ein Gegenspieler ist ihm draufgetreten.

Derweil hüpft Nando Faist auf einem Bein aus dem Behandlungsraum. «Erst dachte ich, es ist ein Krampf, aber nachdem der Schmerz nicht aufgehört hat, wollte ich mich lieber untersuchen lassen», erzählt er. Angela Popp misst den Umfang der lädierten Wade und erkennt, dass er seit der Kühlung vor zwei Stunden schon zurückgegangen ist. Sie gibt vorsichtige Entwarnung. Für Waldburger sieht es weniger gut aus. Er muss wohl einen Arzt aufsuchen.

Fingerfood statt Currywurst

Draussen geht das Turnier mittlerweile weiter. «Wo sind unsere Fans?», ruft ein Spieler in gespielter Verzweiflung aus, der sich mehr Zuschauer gewünscht hätte. Zwischen den Spielen bleibt Zeit für eine Zigarettenpause oder eine Bratwurst, die die freundlichen Herren am Grill servieren. Trotz Dauerregen – die Grillstation ist im Freien untergebracht – verlieren sie ihre gute Laune nicht. Seit 30 Jahren sind Ernst Bächler und Kurt Müller schon als Helfer dabei und erinnern sich lebhaft an die alten Zeiten, als abends noch für bis zu 400 Personen im Seeparksaal gekocht wurde.

«Die Essgewohnheiten ändern sich», bestätigt Stuart Arpagaus, der das gesamte «Catering» des Turniers unter sich hat. Der SBB-Angestellte hat festgestellt, dass die Spieler heutzutage mehr auf die Kalorien achten. «Früher gingen Pommes und Currywurst besser, heute neigen die Sportler zu Fingerfood wie Schnitzelbrot.»

40. Auflage in der neuen Halle?

Damit das Turnier problemlos über die Bühne geht, tagt das Organisationskomitee um Adrian Käppeli erstmals zwei Monate vor dem Anpfiff. Am aufwendigsten sind die Helfer- und die Schiedsrichtersuche, erklärt Pressesprecher Christoph Lehner. Daneben müssen Übernachtungen organisiert und der Bedarf an Verpflegung festgelegt werden. Vieles davon ist mittlerweile schon Routine. Im kommenden Jahr erlebt das Turnier, das kurz nach dem Fest seines Namensgebers Klaus stattfindet, die 40. Auflage – mit etwas Glück in der neuen Halle. Sprints durch den Regen fallen für die Teilnehmer dann hoffentlich weg.





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