Stangen scheiden die Geister

ARBON ⋅ Für die einen ist der neue Street-Workout-Park im Seeparkareal ein gelungenes Projekt, andere sehen darin lediglich unnötig verbrauchtes Geld.
24. November 2017, 07:21

«Es ist höchste Zeit, dass auch Arbon zu einer solchen Anlage kommt.» So setzte sich Felix Heller im Dezember 2016 im Parlament für die Errichtung einer Street-Workout-Anlage ein. Seit Juni steht diese nun im Seeparkareal. Zeit für eine erste Bilanz.

«Ich habe erst gerade am vergangenen Sonntag ein paar Leute gesehen, die dort trainierten», sagt Stadtrat Peter Gubser. «Und das mitten im November.» Gubser ist überzeugt, dass es richtig war, diesen Workout-Park zu errichten – auch wenn die Stadt schlussendlich 12000 Franken mehr bezahlen musste als ursprünglich angenommen. «Es braucht bestimmt noch etwas Anlaufzeit», sagt Gubser. «Aber man kann es auch so sehen: Der Park ist eine gute Alternative zu einem Fitnesscenter, wo die ­Leute für ein Jahresabo etwa 800 Franken bezahlen müssen.»

«Wenn man schon kein Geld hat…»

Anders sieht es Roland Schöni, SVP-Fraktionspräsident: «Wir waren von Anfang an dagegen. Und man muss jetzt festhalten, dass es noch teurer geworden ist als ursprünglich angenommen», sagt Schöni. «Natürlich ist es kein allzu grosser Betrag, aber wenn man schon kein Geld hat, ist eben jeder Franken zu viel.» Roland Schöni kann nicht genau sagen, wie intensiv die Anlage benutzt wird. «Ich habe dort aber noch nie gross Leute gesehen. Und ich glaube auch nicht, dass die halbe Stadt Arbon an diesen Stangen hängt.» Die Street-Workout-Anlage wurde im Seeparkareal zwischen Saal und Beachvolleyballfeldern errichtet. Der Verein Street Workout, der schon mehrere solcher Parks in der Ostschweiz ins Leben gerufen hat, initiierte auch das Arboner Projekt. Die Stadt erhielt finanzielle Unterstützung vom Migros-Kulturprozent (15000 Franken), vom Sport-Toto-Fonds (6000 Franken), von der IG Sport Arbon (2000 Franken) und durch den Rabatt der Firma Strabag AG Arbon, die den Park errichtete. Die Stadt musste schlussendlich noch 29000 Franken selber bezahlen.

 

Ralf Rüthemann

ralf.ruethemann@thurgauerzeitung.ch


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