Pläne liegen auf Eis

ARBON ⋅ Die strittige Schutzfrage beim alten Krankenhaus bleibt offen. Blockiert ist damit eine neue Nutzung der Parzelle an der Rebenstrasse. Die Genossenschaft Sonnhalden strebt einen Neubau mit kleinen Alterswohnungen an.
02. Dezember 2017, 09:19

Gleich zweimal spielt der Kanton eine entscheidende Rolle. Der Genossenschaft hat er zunächst verwehrt, im für diese Bedürfnisse umgebauten Spital weiter eine Pflegeabteilung zu führen. Es genüge den infrastrukturellen Anforderungen nicht mehr, war die kantonale Anweisung begründet werden. Mit Hinweis auf die Zimmergrössen und den Sanitärbereich. Im oberen Stockwerk sind zudem die Zimmer abgeschrägt.

Bis zum Bezug des Pflegeheimneubaus hatte der Kanton die Betriebsbewilligung zwar noch einmal verlängert. Seither steht das alte Krankenhaus nun aber leer. Es gehört der Genossenschaft, die ganze Parzelle, worauf auch das Pflegeheim und die beiden Neubauten der Baurechtnehmerin stehen, der Stadt.

Weil das Krankenhaus auf behördliche Verfügung nicht mehr für den Pflegebetrieb genutzt werden darf, sondierte die Genossenschaft neue Lösungen – allenfalls mit Partnern. Im Fokus dabei: ein Angebot von kleinen Alterswohnungen bereitzustellen mit Dienstleistungen unter anderem im Bereich Küche, Pflege, Reinigung und Wäsche, die nach Bedarf beansprucht werden können.
 

Umbau wäre kaum machbar und unverhältnismässig teuer

Abklärungen haben aber schnell aufgezeigt, dass sich dafür die Bauhülle nicht eignet. Und ein Umbau unverhältnismässig teuer und damit unwirtschaftlich wäre. So rückte eine Variante Neubau in einer frühen Evaluationsphase schon klar in den Vordergrund. Der vom Stadtparlament genehmigte Schutzplan stünde einer Neuüberbauung des Spitalareals denn auch nicht im Wege. Denn darin figuriert das Krankenhaus nicht. Doch dann wurde es in einem zweiten Schritt – weil der Kanton den ausgedünnten Schutzplan mit einer zusätzlichen Liste von zu schützenden Objekten ergänzt haben wollte – in ebendiese Liste doch wieder aufgenommen.

Dagegen erhob die Genossenhaft Einsprache. Und wartet jetzt schon seit Monaten auf einen Entscheid. Wie rund dreissig weitere Einsprecher auch, die sich gegen eine Unterschutzstellung ihrer Objekte wehren.
 

Genossenschaft nimmt vorerst kein Geld in die Hand

«Wir müssen jetzt abwarten», sagt Genossenschaftspräsident Hansjörg Binder. Bis ein rechtsgültiger Entscheid gefällt ist, nehme die Genossenschaft kein Geld für eine Projektstudie in die Hand. Am Donnerstag hat mit Vertretern des Kantons, des Denkmal- und Heimatschutzes sowie der Stadt ein Augenschein im Rahmen des Einspracheverfahrens stattgefunden. Je nach Entscheid könnte die Genossenschaft rekurrieren.

Grösste Mühe hätte Hansjörg Binder jedenfalls, wenn derselbe Kanton, der einen Pflegebetrieb nicht mehr duldet wegen unzulänglicher räumlicher Verhältnisse und Einrichtungen, nun mit einer Unterschutzstellung des Gebäudes der Eigentümerin auch eine neue, wirtschaftlich tragfähige Lösung verunmöglichen würde. Konsequenterweise, folgert Binder, müsste man die Parzelle dafür freigeben.

 

Max Eichenberger

max.eichenberger

@thurgauerzeitung.ch


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