Mehr Menschen aufs Schiff bringen

ROMANSHORN ⋅ Die Schweizerische Bodensee Schifffahrt (SBS) will mit dem Bau des Abenteuerspielplatzes Robinshorn den übrigen Betrieb stärken und den Bestand des Unternehmens langfristig sichern.
10. Mai 2017, 06:55
Markus Schoch

Markus Schoch

markus.schoch

@thurgauerzeitung.ch

Die SBS nimmt wieder viel Geld in die Hand: 3 Millionen Franken wollen die privaten Eigentümer auf der so genannten Bunkerwiese investieren, «um die stagnierenden Passagierzahlen des Schiffsverkehrs anzukurbeln», heisst es in den Unterlagen zum Konzessionsgesuch, das bis am 24. Mai öffentlich aufliegt. Und weiter: «Die bisher ungenutzte Grünfläche soll attraktiv als Ausflugsziel für das In- und Ausland werden» und das Hafenareal ein touristischer Magnet. Dass das Gelände ungenutzt sei, würden die Gegner des Projektes bestreiten, die sich in der «IG Bunkerwiese für alli» zusammengeschlossen haben: Für sie ist der kleine Park ein wichtiges Naherholungsgebiet, wo sich heute jährlich Tausende aufhalten.

Für diese Menschen soll es auch weiter Platz am See haben, allerdings viel weniger. Der Park hat eine Fläche von insgesamt 6400 Quadratmeter. Der kostenpflichtige Spielplatz mit dem Namen Robishorn beansprucht 5100 Quadratmeter, 1300 Quadratmeter entlang des Ufers ­werden weiter uneingeschränkt öffentlich zugänglich sein. Und attraktiver werden dank Sitzbänken, einer Beleuchtung und einer Feuerstelle, heisst es in den Projektunterlagen.

Rechtlich sieht die SBS keine Probleme. «Das Projekt ist konform mit dem kantonalen Richtplan.» Da die Bunkerwiese aufgeschüttetes Land ist, liegt sie ausserhalb des Gemeindegebietes von Romanshorn, dessen Vorschriften gemäss SBS deshalb nicht zu beachten sind. Auch das national geschützte Ortsbild mit dem Hafen werde nicht «negativ tangiert». «Zusammen mit der heterogenen Bebauung um den Hafen integriert sich das Spielplatzprojekt ideal», schreibt die SBS. Das Landschaftsbild am See werde allerdings «bis zu einem gewissen Grade beeinträchtigt», räumt die Schifffahrtsgesellschaft ein. Die beiden vorgesehenen Türme sind 20 beziehungsweise 11 Meter hoch, und auch das Piratenschiff wird unübersehbar sein. «Als Ersatz sollen Aufwertungsmassnahmen vorgenommen werden, zum Beispiel im Bereich des Ufers», heisst es in den Unterlagen.

Pro Tag erwarten die Verantwortlichen im Robinshorn bis zu 400 Besucher. Für sie sollen rund 130 Parkplätze zur Verfügung stehen – viel mehr als vorgeschrieben. Ein Grossteil der Autoabstellplätze soll südlich der Werft entstehen.


Leserkommentare

Anzeige: