Die Viertelmillion für die Informationsstelen haben sich gelohnt

ARBON ⋅ Mit einer knappen Viertelmillion war das Orientierungssystem mit den Stelen im Stadtgebiet zwar eine teure Anschaffung. Doch die Stelen werden gut angenommen und bieten Ortsunkundigen nützliche Informationen.
10. Februar 2018, 05:18
Max Eichenberger

Max Eichenberger

max.eichenberger@thurgauerzeitung.ch

Stadtrat Peter Gubser wie auch Verkehrsverein-Präsident Kaspar Hug ziehen nach eineinhalb Jahren eine positive Bilanz. Dem Verkehrsverein war es schon lange ein Anliegen, ein System zu schaffen, das den Touristen die Orientierung in der Stadt erleichtert und sie zu Sehenswürdigkeiten hinführt. Zuletzt verfolgte der Vorstand mit der Roggwiler Screenbox die Idee, am Hafen ein elektronisches Informationsmodul zu installieren, das interaktiv zum Beispiel auch für Zimmerbuchungen genutzt werden kann. Umständehalber kam das Ganze, dann auf Eis zu liegen.

Idee in Altstadt-Workshops geboren

Der Ball wurde dann 2011/12 eher zufällig wieder aufgenommen: im Rahmen der Workshops zum Projekt Lebensraum Altstadt. Dieses Projekt, inzwischen ausgearbeitet, kommt jetzt mit einem Gestaltungskonzept und einem Kreditantrag von netto 2,67 Millionen Franken ins Parlament. Dieses sieht vor, gestalterische Massnahmen umzusetzen. Der Bund zahlt kräftig mit, weil das Projekt Teil des Agglomerationsprogramms ist. Und zur Bedingung erklärt worden war, dass der Bund die NLK (Neue Kantonsstrasse) mitfinanziert. Diese Verpflichtung wird jetzt eingelöst. Ja sagen zum Konzept und zum Kredit müsste dann aber auch noch das Volk – im Herbst.

In den verschiedenen Work- shop-Reihen sind in vielen Stunden viele Ideen kreiert, diskutiert, aufgenommen und teils auch verworfen worden. Was einerseits am Naturgesetz liegt, dass nicht alles Wünschbare finanziert werden kann. Aber ebenso an unterschiedlichen Interessenslagen. Auch liess der eine Vorschlag die Umsetzung eines anderen nicht zu.

Hintergedanke: Leute animieren, zu Fuss zu gehen

Unter dem hochtrabenden Begriff Signaletik ist eine Idee voraus verwirklicht worden: ein Fussgängerleitsystem in der Stadt Arbon. Mit Erfolg und unter Federführung der Stadt. Im Stadthaus war die Signaletik ebenfalls schon länger ein Thema gewesen. Sechzehn Stelen gibt es inzwischen im Stadtgebiet. Sie stehen an neuralgischen Orten und bieten Einheimischen wie Gästen eine Orientierungshilfe, zielführende und allgemeine Informationen. Ein Hintergedanke ist dabei auch, die Leute zu animieren, mehr zu Fuss zu gehen und so die Stadt zu erkunden. 230'000 Franken hat die Realisierung gekostet. Aus Sicht von Verkehrsvereinspräsident Kaspar Hug zwar eine teure Investition.

«Aber die Stelen sind eine gute Sache. Ich beobachte oft Leute, die davor stehen und die Informationen aufnehmen. Vor allem für Auswärtige und Touristen ist dieses Orientierungssystem ein guter Service», anerkennt Hug.

Peter Gubser, der als neuer Stadtrat in der Endphase des Projekts hinzugestossen war, sagt, er sei verblüfft gewesen, wie gut die Stelen angenommen worden sind. «Ich war zunächst skeptisch, dass sie zerkratzt werden könnten.» Aber nichts dergleichen. Sie erheischen Respekt. «Eine gefreute Sache», bilanziert Gubser nach eineinhalb Jahren Praxis. Das Fussgängerleitsystem sei so offen, dass es nach Bedarf ergänzt werden kann. So seien im WerkZwei-Park neue Stelen hinzugekommen. Tafeln mit rotem Hintergrund vermitteln historischen Kontext. «Wenn wir Ende Jahr die Sanierung der Schlossmauer abgeschlossen haben werden, machen wir uns daran, dort einen historischen Pfad rund ums Schloss zu erstellen – ebenfalls mit einer Informationsstelle.»

Elektronische Anzeigetafel bleibt auf Nice-to-have-Liste

Dieses Schloss-Pfad-Projekt werde mit dem Amt für Archäologie, der Museumsgesellschaft Arbon und Arbon Tourismus realisiert. «Wir sind dankbar, diesen Schloss-Pfad in unser Programm mit den Führungen aufzunehmen, die wir anbieten», sagt VV-Präsident Kaspar-Hug.

Eine elektronische Anzeigetafel mit Veranstaltungshinweisen an den Ortseingängen bleibt mittelfristig ein Wunsch des Verkehrsverein-Präsidenten: «Derzeit haben wir das Geld für eine solche Anschaffung nicht.» Auf der Nice-to-have-Liste bleibe sie aber weiterhin.


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