Tagblatt Online, 08. September 2010 08:05:45
Werkschau im Hamel geplatzt – Kulturtage wie weiter?
Beim sonntäglichen Kultur à la carte sei die Stimmung bei schönem Wetter wunderbar und friedlich gewesen, resümiert Helene Bodenmann, OK-Mitglied der Arboner Kulturtage. Das Publikum habe mitgemacht, beim Umsatz sei zugelegt worden. Den zu generieren war nötig, um die Gagen zu decken. Auch die Cuphub-Leute tags zuvor hätten sich ins Zeug gelegt.
Allerdings, räumt Bodenmann ein, waren es nicht die Kulturtage gewesen, die man sich erträumt hat – und die im Februar noch in einer anderen Dimension geplant waren. Dass Akteure wie Phonomène abseits standen oder Kunstschaffende ihre Ateliers nicht wie in früheren Auflagen fürs Publikum offen hielten, waren nicht die tieferen Gründe. Abgesehen davon, dass die Ateliers auch relativ weit verstreut sind für Besucher, die zu Fuss die einzelnen Schauplätze aufsuchen.
Geplant war nämlich eine grössere Werkschau im Hamel-Gebäude, welches die Stadt Arbon letzten Dezember erwerben konnte. Vor einem halben Jahr habe das OK die Lokalität angeschaut unter Führung von Stadtammann Martin Klöti und war hingerissen von den Möglichkeiten, die sich da bieten würden. Mit Werkausstellungen, Präsentationen und Bistro, welches das Forum 60+/- zu führen bereit gewesen wäre. In Künstlerkreisen herrschte Begeisterung.
Dann kam die Ernüchterung. Von der Abteilung Bau wurden Sicherheitsbedenken vorgebracht. Deshalb, so Bodenmann, habe die Stadt letztlich den Hamel als «Kulturtempel auf Zeit» nicht zur Verfügung stellen können. Die kurzfristige Suche nach einem geeigneten Alternativlokal blieb ohne Erfolg. So ging vom Anspruch her ein amputiertes Konzept in Szene. Hatte bei den ersten Auflagen die Stadt die Fäden noch mit in der Hand, so oblag die Koordination dem Verein «Kulturverdacht».
Ob die Arboner Kulturtage 2011 eine sechste Auflage erfahren, werde neu diskutiert werden müssen, meint Helene Bodenmann. Für sie ist klar, dass die Sparten in ihrer Breite vertreten sein sollten: «Um die Kulturtage lebendig zu erhalten, braucht es auch immer wieder neue Ideen, Köpfe und Zugpferde.» (me)
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