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Tagblatt Online, 10. September 2010 01:03:28

Neue Chancen für Rossfall nutzen

Zwei Bauwerke, alt und neu, wurden bei der FDP behandelt. Zum Neubau Friedhofsgärtnerhaus wurde die Ja-Parole beschlossen. Zur Zukunft des Ferienhauses Rossfall entstand eine rege Diskussion.

hedy züger

An das Ferienhaus Rossfall ob Urnäsch verbinden viele Arboner Erinnerungen. Das Lagerhaus stellte Primarschulpräsident Koni Fischer bei der FDP mit heutiger Nutzung, Ideen für weitere Einsätze und Investitionsbedarf vor.

300 000 Franken

Sanitärbereich und Isolation müssten in diesem Jahrzehnt angegangen werden. Weil derzeit nur noch während zwei Wochen Arboner Schüler das Haus nutzen und rund 50 Wochen lang im Rossfall Judo in der obersten Liga trainiert wird, mache die Investition von über 300 000 Franken wenig Sinn, zumal die Schulfinanzen stark unter Druck stünden.

Wenige für Verkauf

Nur vereinzelte FDP-Mitglieder stellten sich hinter den Verkauf. Etliche der Anwesenden kennen die Liegenschaft aus ihren eigenen Lagerferien. Silke Sutter erklärte, sie habe als Kind unbedingt in den Rossfall fahren wollen, sei aber wegen Überbelegung nach Andermatt umgeteilt worden. «Eine Riesenenttäuschung», erinnert sie sich. Die Nachfrage nach Ferien im Rossfall unter der Leitung von Sekundarlehrer Theo Specker sei stark im Steigen.

Genossenschaft vorgeschlagen

Stadtammann Martin Klöti fand die gehabte Auslegeordnung wichtig. Erinnerungen an Lagerferien prägten sich unvergesslich ein. Es gehe um eine Form des Heimatbezugs. Er machte den Vorschlag, für den Rossfall die Bildung einer Genossenschaft zu prüfen; dies könnte der Schlüssel zur Lösung sein. Felix Heller, der als Leiter im Lager war, sprach sich dafür aus, das Haus im Besitz der Schulgemeinde zu halten. Es bestehe Handlungsbedarf, es seien aber auch neue Chancen auszumachen.

Die FDP tagte unter der Leitung von Parteipräsidentin Silke Sutter Heer im ehemaligen Vortragssaal von Saurer im ZIK.

Für Neubau beim Friedhof

Dem Neubaukredit für ein Friedhofsgärtnerhaus mit Werkgebäude ging das Projekt Sanierung Altbau voraus. Mit nur einer Enthaltung beschloss die FDP die Ja-Parole. Andreas Brüschweiler, SVP, war Mitinitiant des Referendums gegen den Altbau.

Jetzt tritt er für weitere Lösungsvarianten ein: Verzicht auf Neubau Wohnhaus/Werkgebäude, andere Nutzung, Verkauf der 1200 Quadratmeter Grundfläche. Der Stadtparlamentarier legte dazu vier Varianten in Grobplanung vor, die auf dem Friedhofsareal selbst realisierbar wären. Der Friedhofsgärtner würde sein Domizil frei wählen, für das Gerätehaus, allenfalls mit Aufenthaltsraum im Obergeschoss, würde eine Leerfläche innerhalb des Friedhofs gewählt.

Brüschweiler erinnerte daran, dass die Trauergemeinden bei schlechtem Wetter im Regen stünden, da der Abdankungsplatz nicht überdacht sei. Auch seien mehr als die vorgesehenen zwölf Parkfelder nötig.

Alternativen abgeklärt

Diesen Argumenten wurde entgegengehalten, dass die Zeremonie im Freien je nach Wetter kürzer gehalten und der längere Teil in die Friedhofskapelle verlegt werden könne. Für die 30 bis 40 Autos werde geplant, an der äusseren Rebenstrasse Felder zu markieren. FDP-Mitglieder wandten sich gegen weitere Planungskosten, man habe bereits ein Projekt abgelehnt und diesen Marschhalt gut genutzt. Das Neubauprojekt sei sinnvoll und wirtschaftlich, erklärte Werner Keller; es sei viel Zeit in die Abklärung von Alternativen investiert worden.





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