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Tagblatt Online, 26. August 2008 01:05:30

Feuerwerk in vielen Farben

Open-Air-Schlosskonzert des Sinfonischen Orchesters Arbon

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Sopranistin Stefany-Maria Goretzko, Dirigent Leo Gschwend und das Sinfonische Orchester Arbon auf der Freiluftbühne im Schlosshof. (Bild: Bild: Erwin Schönenberger)

Sowohl klanglich wie auch rhythmisch bot das Sinfonische Orchester Arbon am Sonntagabend ein Feuerwerk, das die Zuhörer im Schlosshof zu begeistern vermochte. Angespornt von Dirigent Leo Gschwend erbrachten seine Orchestermitglieder Höchstleistungen.

ERWIN SCHÖNENBERGER

Für ein solches Freiluftkonzert im Schlosshof lassen sich Musikfreunde gerne einladen. Bis auf einzelne Stühle waren die Zuschauerreihen am Sonntagabend restlos besetzt von erwartungsvollen Besuchern, die diesen Abend bei guter Orchestermusik geniessen konnten.

Gehörfällige Klassik

Mit Händels Feuerwerkmusik wurden die Besucher ins Thema des Abends eingestimmt, intoniert auf besonders vielfältige klangliche und dynamische Weise. Spannung und Entspannung wurden vom Orchester unter der bewährten Leitung von Leo Gschwend subtil und dynamisch sehr differenziert herausgearbeitet. Eher kammermusikalisch umgesetzt dann Haydns «Feuersinfonie», mit den vielen feinen «Flammen», die einzig durch den Verkehrslärm von der Hauptstrasse etwas getrübt wurden. Ausser kleinen Unsicherheiten bei den Bläsern vermochte diese eher ruhige Musik restlos zu begeistern.

Andere Klangfarben brachten die Sopranistin Stefany-Maria Goretzko und der Bariton Ivan Konsulov ins musikalische Programm. Mit feurigem Temperament und begleitet von einem dezent spielenden Orchester entführten die beiden Künstler die Zuhörer in die spannungsgeladene Welt der Opern «Carmen» und «Il Trovatore».

Anspruchsvoll, zeitgenössisch

Das sinfonische Orchester Arbon beschränkte sich in seinem «feurigen» Konzert aber nicht nur auf jene Musik, bei der man sich zurücklehnen und geniessen kann. Das musikalische Feuerwerk machte auch nicht Halt vor modernen Kompositionen, die von den Ausführenden wie auch von den Zuschauern ein hohes Mass an Aufmerksamkeit erfordern.

Bei Gustav Holsts musikalischer Umsetzung des Feuerplaneten Mars ziehen gewaltige moderne Klangwelten die Zuhörer in ihren Bann, perfekt interpretiert von einem hochkonzentriert spielenden Orchester. Mit dem Schlussstück einer feurigen Konzertsinfonie von Philip Glass bewies Leo Gschwend, dass sein Orchester bereit und fähig ist, ein solch anspruchsvolles, vom Rhythmus geprägtes Werk umzusetzen. Die beiden Solisten an den Timpani, Inez Ellmann und Grzegorz Podolski, waren dabei ebenso gefordert wie die Orchestermitglieder, die mit höchster Konzentration agierten.

Krönender Abschluss

Der folgende lange Schlussapplaus war Zeichen der Anerkennung für die grossartige Leistung der Ausführenden auf der Bühne, beinhaltete aber auch den Wunsch nach einer etwas versöhnlicheren Zugabe. Und was wäre da besser geeignet gewesen als die Schnell-Polka «Unter Donner und Blitz» von Johann Strauss (Sohn), die den krönenden Abschluss eines eindrücklichen Konzertabends bildete.





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